Dogenpalast Venedig

Tipps Dogenpalast Venedig: Hidden Treasures Tour

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Ich sitze auf einer der Steinbänke, die sich rund um den Dogenpalast aufreihen und versuche mit dem Schatten zu wandern. Es ist nämlich wirklich ziemlich warm. Und das, obwohl noch nicht einmal Mittag ist. Ich warte auf die Tour, die ich gleich machen werde, zu den versteckten Schätzen des Dogenpalastes. Versprochen werden Geheimgänge und versteckte Orte. Aber ob ich das in einem touristifizierten Ort wie Venedig tatsächlich erwarten kann, ist die andere Sache. Trotzdem bin ich gespannt – besonders darauf, ob meine Erwartungen erfüllt werden.

Dogenpalast Venedig

Der Palast der tausend Dogen

Irgendwann halte ich die Sonne nicht mehr aus, die auf meine Haut brennt, und stehe auf. Zwar ist es noch eine Weile hin, bis die Tour startet, aber ich habe mich dazu entschlossen, drinnen zu warten. Auch ohne Tour kann man den Innenhof des Dogenpalastes mit Ticket nämlich schon einmal in Augenschein nehmen. Und genau das tue ich jetzt auch.

Dogenpalast Venedig
Ich durchquere die Sicherheitskontrolle und finde mich im Innenhof wieder. Er ist atemberaubend, anders kann ich es nicht beschreiben. Es wirkt ein bisschen wie der Markusplatz in klein. Außerdem sind viel weniger Menschen hier als draußen, was die Atmosphäre gleich angenehmer macht. Die, die da sind, sind ruhig. Auch ein Pluspunkt.

Dogenpalast Venedig
Ich fange an, durch den überdachten Gang zu wandeln, der einmal rund um den Platz im Platz führt. Hier drinnen ist es wider erwarten auch gleich viel kühler. Ich lasse meinen Blick über die Wände und den Fußboden wandern, genauso wie über die Gebäude, die an den Platz in der Mitte des Palastes angrenzen. Instinktiv habe ich das Gefühl, dass das hier nicht aus einem Guss ist. Und damit soll ich tatsächlich richtig liegen, aber dazu gleich mehr.

Die Tour beginnt

Nachdem ich die kostenlose Ausstellung, die in einem der Nebenzimmer des Hofes angeboten wird, angeschaut habe, setze ich mich zu den tröpfchenweise ankommenden anderen Teilnehmern unserer Tour. Es kommt zu einer kurzen Verwirrung, weil uns Guide nicht auftaucht. Nach zehn Minuten des Wartens steht aber plötzlich Andrea vor uns, die sich als unsere Tourführerin vorstellt. Es kann also losgehen.
Wir folgen ihr und sie beginnt sofort etwas über den Palast zu erzählen:

Dogenpalast Venedig

Nicht alle Teile von ihm seien von ein und demselben Dogen erbaut worden. Vielmehr habe jeder Doge dem Palast oder auch Teilen Venedigs etwas hinzugefügt, um sich selbst erinnerungswürdig zu machen. Das Amt des Dogen sei an sich auch nicht im mindesten mit dem eines Königs zu vergleichen, denn der Doge war gewählt und hatte sich an Regeln zu halten, deren Einhaltung penibel überprüft wurde. Darunter fiel zum Beispiel die Tatsache, dass er sich während seiner Amtszeit ohne Erlaubnis nicht außerhalb des Palastes aufzuhalten hatte. Dies konnte für die Männer, die in der Regel zu den reichsten Bürgern Venedigs gehörten, eine Zumutung sein. Denn auch wenn der Palast in unseren Augen luxuriös erschien, waren diese Männer doch ganz anderes gewohnt, betont Andrea.

Leere Hallen und ein Geheimgang

Wir gehen eine Treppe hinauf, die uns vom Hof aus in die Teile des Palastes führt, die für die normalen Touren nicht zugänglich sind. Sofort ist es ganz still. Jetzt erst fällt mir auf, dass unser Guide einen riesigen Schlüsselbund mit sich herumträgt, der sehr altertümlich anmutet. Tatsächlich hängen an ihm Schlüssel größer als mein Smartphone.

Dogenpalast Venedig
Einen dieser Schlüssel steckt sie jetzt in ein ebenso großes Türschloss und öffnet die erste Tür für uns, die uns in das Innere des Dogenpalastes führt.
Von jetzt an sehen wir die Gemächer des Dogen, können Blicke auf den Innenhof und den Markusplatz werfen und stehen schließlich nach einer steilen Kletterpartie über eine gar nicht herrschaftliche Treppe in einer staubigen Holzkammer.
Andrea erklärt, dass wir von den Teilen, in denen der Doge gewohnt hat, zu denen gekommen sind, in denen gearbeitet wurde. Dann fragt sie uns, ob wir schon einmal einen richtigen Geheimgang gesehen hätten? Wir schütteln den Kopf. Sie grinst und öffnet eine verkleidete Holzplatte. Dahinter geht ein Gang steil nach oben.

Dogenpalast Venedig

Zurück in die Gegenwart

Wir drängeln uns alle einer nach dem anderen die Stiege nach oben und laufen von dort aus langsam zurück in die Gegenwart. Der Palast mit seiner Geschichte fasziniert mich mehr, als ich anfangs dachte. Und ich muss zugeben, dass die Tour ihrem Titel mehr als gerecht wird. Auch die Tatsache, dass nur eine bestimmte Zahl an Personen pro Tour erlaubt ist, macht sie zu etwas besonderem. Wir verabschieden uns von Andrea und dem einmaligen Einblick in die Geschichte Venedigs – natürlich nicht, ohne noch einmal über die berühmte Seufzerbrücke gelaufen zu sein und wie einer der verurteilten Verbrecher damals einen letzten Blick auf die Lagunenstadt geworfen zu haben.

Dogenpalast Venedig

Wo könnt ihr die Tour buchen? Bei den “Special Itineraries”: Hier
Maximale Teilnehmerzahl 10 Personen
Preis 20,- Euro p.P. (Stand: 15.7.18)

Wer von euch war schon einmal in Venedig und hat eine Tour durch den Dogenpalast mitgemacht? Hat es euch genauso gut gefallen, wie mir?

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DavidAnnaMiraMelanie Recent comment authors
Melanie
Melanie

Das klingt nach einer tollen Alternative. Danke für den Artikel!

Mira
Mira

Ein wunderbarer kleiner Einblick mit tollen Fotos und einem super angenehmen Schreibstil. :)

David
David

Bei mir steht demnächst eine Venedig Reise an. Den Tipp werde ich mir direkt merken!