Die fünf schönsten Friedhöfe

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Friedhöfe und schön? Das mögen sich manche bei der Überschrift wahrscheinlich fragen. Aber ja: Ich möchte euch heute Volume 1 meiner fünf schönsten Friedhöfe vorstellen. Auf jeder Reise versuche ich nämlich, mindestens einen Friedhof zu besuchen und so sind über die Jahre viele letzte Ruhestätten zusammengekommen, die nicht nur durch ihren morbiden Charme bestechen. Denn Friedhöfe sind für mich nicht nur Orte, an denen man sich gruseln kann, sondern auch Plätze, die eine unglaubliche Ruhe ausstrahlen. Das mag vielleicht für den ein oder anderen seltsam klingen, aber ich genieße diese Stille auf Reisen für eine kurze Weile sehr gern. Welche Friedhöfe solltet ihr nun aber unbedingt mal besucht haben und warum? Das lest ihr jetzt.

Père Lachaise in Paris

Paris

Der meiner Meinung nach schönste Friedhof, den ich bisher besucht habe, ist der Père Lachaise in Paris. Hier sind Berühmtheiten wie Oscar Wilde oder Frédéric Chopin begraben. Aber nicht nur die Menschen, die hier ruhen, machen den Friedhof zu etwas besonderem, sondern auch die Tatsache, dass der Friedhof der erste der Welt ist, der als Parkfriedhof angelegt wurde. Außerdem ist der Père Lachaise der größte Friedhof von Paris. Aus eigener Erfahrung kann ich den Herbst als schönste Zeit für einen Besuch empfehlen. Denn zu diesem Zeitpunkt säumen die gefallenen Blätter die Wege auf dem Friedhof und lassen den ganzen Ort noch surrealer wirken, als er ohnehin schon ist.

Wo? 16 Rue du Repos, 75020 Paris
Geöffnet? 9 bis 18 Uhr
Was du besuchen solltest Das Grab von Oscar Wilde und Jim Morrison.

Friedhof Ohlsdorf in Hamburg

Ohlsdorf Hamburg

Hamburg als schönste Stadt der Welt (ganz ohne Vorurteil von einer gebürtigen Hamburgerin behauptet) hat viel zu bieten, aber der Friedhof Ohlsdorf gehört nicht unbedingt zu den Dingen, die die meisten Besucher mit der Hansestadt verbinden. Trotzdem ist der Friedhof nicht ganz unbekannt, denn auch über den Ohlsdorfer Friedhof kann in Superlativen gesprochen werden: Der Père Lachaise ist zwar der erste Parkfriedhof der Welt, der Ohlsdorfer Friedhof hingegen ist der größte. Auch hier finden sich viele Bekanntheiten, die ihre letzte Ruhestätte in der Hansestadt gefunden haben. Unter ihnen etwa Helmut Schmidt oder Harry Rowohlt. Etwas besonderes sind aber auch die vielen Mausoleen, die über den gesamten Friedhof verteilt sind.

Wo? Fuhlsbüttler Str. 756, 22337 Hamburg
Geöffnet? 9 bis 18 Uhr
Was du besuchen solltest Das Grab von Helmut Schmidt und die Mausoleen.

Kerameikos in Athen

Kerameikos_Athen

Das Kerameikos war das Viertel in Athen, das in der Antike für die Keramikproduktion zuständig war. In ihm liegt der heute bedeutendste antike Friedhof der Hauptstadt der Hellas: Der Kerameikos Friedhof. Dieses antike Erbe macht den Friedhof auch so interessant: Zwar liegen die meisten Ausgrabungsexponate im Athener Nationalmuseum, aber auch so lässt sich auf dem alten Friedhof einiges entdecken, Denkmäler etwa oder die Reste von Gebäuden. Das Gelände kreuzen zwei Straßen, in denen früher die Prozessionen an den Panathenäen stattgefunden haben. Die Panathenäen waren ein Fest zu Ehren der Schutzgöttin der Stadt: Athene.

Athen

Über den ganzen Friedhof verteilt leben außerdem ziemlich viele griechische Landschildkröten, da der Bach Eridanos Teile des Friedhofs begrünt. Mir gefallen solche Plätze ganz besonders deshalb, weil sie noch einmal einen ganz anderen Einblick in die antike Lebensweise bieten als etwa Wehranlagen wie die Akropolis oder das Forum Romanum in Rom. Normalerweise wird ja immer nur von Schlachten oder der großen Politik gesprochen – das ist an solchen alltäglichen Orten aber nicht wichtig und ich bilde mir ein, gerade deshalb ein besseres Gefühl für die Geschichte zu bekommen.

Wo? Ermou 148, Athina 105 53
Geöffnet? 8 bis 15 Uhr
Was du besuchen solltest Das gesamte Gelände. Und die Schildkröten natürlich.

Der Assistens Kirkegård in Kopenhagen

Kopenhagen Assistenzfriedhof

Der Assistenzfriedhof in Kopenhagen wirkt auf den ersten Blick ganz normal – keine besonders ausgefallenen Mausoleen, keine Superlative. Etwas anderes macht diesen Friedhof außergewöhnlich: Nämlich seine Geschichte. Wie in vielen Städten Europas waren die Friedhöfe innerhalb der häufig mittelalterlichen Maueranlagen irgendwann wegen der stetig wachsenden Bevölkerung überbelegt. Das war der Zeitpunkt, an dem die sogenannten Assistenzfriedhöfe gegründet wurden. Das war keine typisch dänische Entwicklung, sondern in vielen Städten der Fall. Was den Assistenzfriedhof in Kopenhagen nun aber von anderen ähnlichen Friedhöfen abhebt, ist das Verständnis der Bevölkerung von ihm: Natürlich sind Friedhöfe Orte, an denen getrauert wird.

Kopenhagen

Der Assistenzfriedhof in Kopenhagen ist aber noch viel mehr – Ausflugsziel zum Beispiel. Oder ein Ort, an dem die Dänen sich sonnen. Auch findet regelmäßig auf seinem Gelände ein Flohmarkt statt. Diese Art mit dem Tod umzugehen, ihn ins Leben zu integrieren, finde ich außergewöhnlich und kann deshalb jedem nur empfehlen, den Friedhof zu besuchen.

Wo? Kapelvej 4, 2200 København
Geöffnet? 7 bis 22 Uhr
Was du besuchen solltest Geh einfach spazieren.

Trinity Church Cemetery in New York

New York

Und zu guter Letzt möchte ich noch den Trinity Church Friedhof nicht unerwähnt lassen. Was ihn für mich so interessant gemacht hat? Ich gebe ehrlich zu: Vor allem seine Lage. Es ist schon irgendwie surreal diese für amerikanische Verhältnisse wirklich alten Grabsteine zwischen Wolkenkratzern stehen zu sehen, als wäre es das Normalste auf der Welt alt und neu so dicht nebeneinander stehen zu sehen. Wer also der Trinity Church einen Besuch abstattet, sollte auch hier unbedingt vorbeischauen.

Wo? 75 Broadway, New York, NY 10006
Was du besuchen solltest Die Kirche und den Kontrast zwischen Wolkenkratzern und über 100 Jahre alten Grabsteinen.

Und jetzt zu euch: Besucht ihr Friedhöfe, wenn ihr reist? Wenn ja: Welche? Und wenn nein: Warum nicht?

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Secret Prague: Geheimtipps für die Karlsstadt · Die GradwanderungYannickJulePaleicaAngie Recent comment authors
Hanne Thieser
Hanne Thieser

Oh ja! Zum Beispiel an der gesamten Küste der Normandie entlang so gut wie alle. Zu Paris und New York kann ich nur zustimmen. Empfehlen kann ich Dir den Stahnskirchhof bei Berlin, Klein-Machnow. ein wunderschöner Park mit Plan, vielen Prominenten, vor allem Literaten!
Ein Buch wäre schön. Beteilige mich gerne.

Jule
Jule

Oh ja der Stahnskirchhof ist wirklich wundervoll!!!! Weitläufig und verwachsen. Es wirkt teilweise eher wie ein großer Park in dem ab und zu ein paar bemooste Grabsteine stehen. Hat einen ganz besonderen Zauber! LG Jule

Sylvi
Sylvi

Ja, ich besuche auch Friedhöfe. Da ich schon oft in Paris war, habe ich auch dort schon die Friedhöfe besucht und auch für mich ist Pére Lachaise der schönste Friedhof den ich je gesehen habe und den ich auch immer wieder gerne besuche. Er ist ein Ruhepohl in einer aufregenden Stadt. Und der 2. interessante Friedhof ist für mich auch in Paris. Der Cimetiére des Chiens, der Tierfriedhof in Paris-Asnieres. Auch sehr sehenswert und auch hier liegen – wie auf dem Pére Lachaise – Berühmtheiten, wie z.B. der Schäferhund Rin Tin Tin.

Maxi
Maxi

Der Zentralfriedhof in Wen ist auch herrlich zum Besuchen. Ein riesiger Park, wo man sogar mit dem Bus durchfahren kann.
Sehr sehr viele Berühmtheiten wie z.B. Falco oder Udo Jürgens und ganz tolle Ehrengräber. Man kann dort echt einen ganzen Tag verbringen.
Paris ist auch toll, ich mag aber auch uralte fast verfallene wie in Prag der Judenfriedhof.
Auf Santorin ein Stück wandern von Omerovigli Richtung Oia ist auch einer mit herrlicher Lage über dem Meer.

Anita

Hallo Anna! Ein wirklich interessanter Beitrag 😊 Diese Tipps muss ich mir für NYC und Paris unbedingt merken! Ich habe vor 2 Jahren erstmals den Zentralfriedhof in Wien besucht. Dort haben viele Komponisten und großartige Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden. Ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis, das du unbedingt bei einem Besuch in Wien einplanen musst! Viele liebe Grüße aus Kärnten, Anita

Ilona

Ich reiche zwei nach:

1. Den Wiener Zentralfriedhof!!! Dass der hier fehlt, überrascht mich etwas :-O

2. Den Cimitero Monumentale in Mailand (dazu hab ich auch eine Fotoreihe auf meinem Blog: https://wandernd.wordpress.com/2016/10/29/cimitero-monumentale-mailand/) Wenn DER nicht sensationell ist, was? ;)

Ich geh immer wieder gerne auf Friedhöfe, die Leute verhalten sich dort ruhig und man kann die Atmosphäre gut genießen.
Als ich noch in Wien lebte, war ich auch häufiger mal auf dem Zentralfriedhof. Hab aber immer noch keinen Beitrag dazu online – wird langsam mal Zeit. Es schlummern noch so viele Bilder auf meiner Festplatte…

LG, Ilona

Myriam

Normalerweise besuche ich auf meinen Reisen keine Friedhöfe. Eine Ausnahme waren die Pariser Katakomben. Wir gehen lieber in Kirchen und zünden Kerzen an. Aber ich gebe dir Recht, dass Friedhöfe eine gewisse Ruhe ausstrahlen. In meinem Dorf, wo ich aufgewachsen bin, gibt es einen geheimnisvollen Friedhof mitten im Wald. Der könnte dich vielleicht interessieren. Die Grabsteine sind über 100 Jahre alt und zeugen vom einstigen Reichtum des Dorfes. (Tonabbau und Holzwirtschaft). Jedenfalls kann man dort tolle Fotos machen, man muss aber aufpassen, da alles etwas morsch ist und man leicht einsinkt.
LG Myriam

scarlet the red

Toller Artikel! Ich selbst finde Friedhöfe auch oft wunderschön und war zum Beispiel in Japan echt begeistert davon wie anders und trotzdem schön sie sind. LG Scarlet

Tabitha

Friedhöfe haben oft tatsächlich etwas friedliches. Und altehrwürdiges.
Die Schönsten habe ich bisher in Lateinamerika gesehen. In Mexiko und Chile waren sie sogar richtig bunt. Und der berühmte Recoletta in Buenos Aires beherbergt neben Evita viele dekorative Katzen.

Angie
Angie

Ich kann noch den wundervollen Friedhof in Leipzig empfehlen! Und Atlanta, der auf dem Margret Mitchell die Autorin von “von Winde verweht” liegt

Paleica

er ist schon erwähnt worden: der wiener zentralfriedhof ist auch definitiv einen besuch wert. vor allem der alte jüdische teil. mir hat auch der friedhof in zagreb sehr gut gefallen. père lachaise ist bestimmt einer der beeindruckendsten, da gebe ich dir recht. ich spaziere auch gern über friedhöfe, wenn es sich auf meiner reise ergibt.

Jule
Jule

Hey Anna, das ist ein wirklich schöner Artikel! Von den genannten Friedhöfen kenne zwar nur den Père Lachaise, trotzdem habe ich schon vor einiger Zeit auch auf Reisen Friedhöfe für mich entdeckt und freue mich zu lesen, dass ich mit dieser „Vorliebe“ nicht alleine bin. :) Alles begann mit einem misslungenen Date während meines Erasmusaufenthalts in Rom. Der Typ (gebürtiger Römer), mit dem ich verabredet war wollte mir seinen Lieblingsort in der ewigen Stadt zeigen: Den Cimitero acattolico (den Protestantischen Friedhof) in Rom. Mal was anderes als das kitschige Pärchen-Gehabe, das sich allabendlich am Gianicolo abspielt, dachte ich mir und… Read more »

Yannick
Yannick

Der Friedhof in Lissabon ist auch sehenswert

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[…] jüdischen Friedhöfen Europas und geht auf die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts zurück. Ich finde, dass Friedhöfe wahnsinnig spannende Orte sind, weshalb ich auf fast allen meinen Reisen …. Weil ich das Museum schon kannte, wollte ich mir aber eigentlich nur den Friedhof anschauen, was […]