Was passiert, wenn man grüne Hänge, tosende Wasserfälle, skandinavische Gemütlichkeit und das Gefühl von völliger Abgeschiedenheit in eine einzige Reise packt? Genau: Man landet auf den Färöer-Inseln. Ich habe eine Woche lang die rauen Inseln im Nordatlantik erkundet und zeige dir in diesem Artikel, warum dieser Trip ganz oben auf deiner Bucket List stehen sollte. Los gehts!




Warum eigentlich ein Färöer Inseln Urlaub?
Als ich von meinem Plan erzählt habe, die Färöer Inseln zu bereisen, war die meistgestellte Frage: Warum willst du denn dorthin, das ist doch wie Island – also wäre eine zweite Island Reise doch viel schöner? Im Nachhinein kann ich sagen: die Färöer Inseln haben mit Island den Inselstatus gemein, aber davon abgesehen sind sie ihr ganz eigenes, landschaftlich überwältigendes Reiseziel und ich finde nicht, dass man beide vergleichen sollte. Island ist wunderschön und die Färöer eben auch – aber anders. Bei beiden Zielen kannst du…
- einzigartige Wanderrouten und -ziele entdecken, die dich an Aussichtspunkte führen, bei denen dir die Luft wegbleibt
- die skandinavische Gemütlichkeit mit einem Stück Kuchen genießen
- viele tolle Fotomotive entdecken
- und nicht zuletzt: in der Ruhe der Natur durchatmen



Fähre oder Flugzeug: Wie kommst du auf die Färöer Inseln?
Durch die abgelegene Lage der Färöer im Nordatlantik gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Möglichkeiten, auf die Inseln zu kommen: entweder das Flugzeug – hier bieten SAS und Icelandair Verbindungen zum Beispiel ab Hamburg an – oder die Fähre Smyril Line. Ich habe dabei einen klaren Favoriten und ich erkläre dir auch, warum.
Da dieser Artikel ein Roadtrip Guide ist, geht es natürlich auch ums Autofahren. Leider sind Mietwagen auf den Färöer Inseln extrem teuer und es gibt wenig gute Versicherungspakete, die deinen Selbstbehalt auf 0 reduzieren oder einen Zusatzfahrer schon inkludiert haben. Sich ohne Auto auf den Färöer zu bewegen ist zwar möglich, aber zeitaufwendig. Deshalb war mir von Anfang an klar, dass ich mit dem eigenen Auto fahren wollte.
Dafür gibt es nur eine Option: Die Smyril Line, die einzige Auto-Fähre, die die Färöer Inseln ansteuert. Sie fährt von Hirtshals in Dänemark oder von Seydisfjördur in Island (dazu weiter unten mehr) ab und bringt dich mit einer Übernachtung direkt zur Hauptstadt der Färöer Inseln: Torshavn.
Da ich im Norden Deutschlands wohne, ist mein Weg nach Hirtshals überschaubar. Falls du weiter weg wohnst, ist es allerdings ein reines Rechenbeispiel.
Auto-Fähre Smyril Line: Was du beachten musst
Wenn du dich für die Fähre entscheidest gibt es ein paar Dinge, die du vor der Überfahrt wissen solltest:
- Du buchst die Überfahrt für ein Auto und die mitreisenden Personen UND zusätzlich eine oder mehrere Kabinen und die Verpflegung (Frühstück, Mittag, Abendessen) extra obendrauf
- Du musst eine Kabine buchen, es ist NICHT erlaubt im Auto zu bleiben, da die Decks nach Abfahrt verschlossen werden. Es gibt vom Preisniveau unterschiedliche Kabinen; neben normalen Doppel- oder Einzelkabinen auch recht günstige Mehrbettkabinen
- In den Kabinen gibt es keinen Kühlschrank, aber Steckdosen, an denen du deine Kühltruhe anschließen kannst, falls du eine mitnimmst
- Auf der Smyril Line gibt es kein freies Wlan aber Internetpakete, die du kaufen kannst; sie sind mal mehr mal weniger zuverlässig (was auf See aber nicht untypisch ist)
- Wenn du mit der Smyril Line fährst: Du kannst einen Layover von mehreren Tagen auf den Färöer buchen und danach weiter nach Island fahren


Beste Reisezeit für die Färöer Inseln
Die beste Reisezeit für die Färöer Inseln sind die Sommermonate von Juni bis August. Trotzdem wird das Wetter auch im Sommer sehr wechselhaft sein: mal hat am einen Ende des Tunnels Sonne geschienen, am anderen hingen dicke Wolken und es nieselte – das ist auf den Färöer keine Seltenheit. Deine Chancen auf gutes Wetter stehen zwischen Juni und August aber am besten.




Autofahren auf den Färöer Inseln: Tunnel, Maut und Fähren
Wenn du dich auf den Färöer Inseln mit dem Auto von A nach B bewegst, gibt es ein paar Dinge, die du auf dem Schirm haben solltest. Dazu zählen Tunnel, Maut und Fähren.
Tunnel auf den Färöer Inseln
Viele Inseln sind untereinander mit Tunneln verbunden. Einige der Tunnel sind mautpflichtig (dazu unten mehr), viele noch dazu einspurig und schlecht beleuchtet. Auch halten sich in ihnen gerne die Schafe auf, von denen es auf den Inseln sehr viele gibt. Wenn du dich einem Tunnel nährst, besonders nachts, pass also immer auf, dass sich keine Tiere in ihm verstecken und achte auf die Vorfahrtsregeln. Schalte zudem dein Licht immer ein. LKW haben zudem in den einspurigen Tunneln immer Vorfahrt.
Maut auf den Färöer Inseln
Mautpflichtig sind auf den Färöer Inseln die vier Unterseetunnel: der Vagar-Tunnel (verbindet die Insel Vagar mit der Hauptinsel Streymoy), der Nordsee-Tunnel (verbindet die Inseln Eysturoy und Borðoy), der Eysturoy-Tunnel (verbindet Streymoy mit Eysturoy) und der Sandoy-Tunnel (verbindet Streymoy mit Sandoy). Die Kosten dafür liegen zwischen 100 und 230DKK, also zwischen 14 und 31 Euro – ob pro Strecke oder insgesamt, kannst du auf der Seite Tunnil.fo herausfinden.
Bezahlt wird mittlerweile ebenfalls hauptsächlich online über die Seite Tunnil.fo. Dort musst du die Maut innerhalb von 6 Tagen nach Durchfahrt begleichen. Alternativ kannst du auch an Tankstellen bezahlen, aber nur an ausgewählten. Nachdem ich zwei Tankstellen umsonst angesteuert hatte, obwohl sie eigentlich auf der Liste derer standen, bei denen man zahlen können sollte, habe ich mich einfach aufs online zahlen verlegt – das ist ohnehin einfacher. Dafür benötigst du aber eine Kreditkarte.
Fähren auf den Färöer Inseln
Um mit deinem Auto von einer Insel zur anderen zu kommen ist es manchmal auch nötig, auf Fähren zurückzugreifen. Beliebte Verbindungen wie die nach Kalsoy (zum James Bond Drehort) können vorher online reserviert werden, aber Achtung: diese Fähre speziell fasst nur sehr wenige Autos, es sind automatisch Plätze für Einheimische reserviert, deshalb solltest du frühzeitig online buchen, um am Tag nicht darauf angewiesen zu sein noch auf gut Glück mitzukommen. Wenn du eine Reservierung hast, achte außerdem darauf, sehr pünktlich (mindestens 15 Min. vor der geplanten Abfahrt, eher früher) am Hafen zu sein.
Davon abgesehen hat das Wetter immer das letzte Wort. Es kann, wie gesagt, sehr unstet sein, was zu kurzfristigen Streichungen oder Verschiebungen von Fährverbindungen führt. Das solltest du bei deiner Reiseplanung mit bedenken.
Manche Inseln, wie zum Beispiel die nach Mykines, sind zudem reine Personenfähren. Hier kannst du dein Auto nicht mitnehmen.
Tipp: Wenn du Tickets für deine Fährfarten buchen möchtest, tust du das am besten auf der Seite des offiziellen Anbieters SSL.
Die Färöer Inseln entdecken: Die schönsten Stopps auf jeder Insel
Nun, nicht auf jeder Insel, denn die Färöer haben insgesamt 18 Stück. Es gibt aber durchaus ein paar, die für dich auf deinem Färöer Inseln Urlaub gut erreichbar sind:




Highlights auf der Insel Vagar
Vagar ist nicht nur die Insel, auf der sich der Flughafen der Färöer Inseln befindet, sondern auch die mit zwei der bekanntesten Fotomotive:
- dem Wasserfall Mulafossur
- dem Leitisvatn (dem See über dem Meer)
- und dem Felsbogen Drangarnir
Alle drei sind wunderschöne Stopps, die Vagar zu einem meiner persönlichen Highlights auf den Färöer Inseln gemacht haben. Mulafossur erreicht man über einen Tunnel ganz unspektakulär mit einer kleinen Wanderung. Den See über dem Meer wiederum mit einer etwas längeren Wanderung, die bezahlt werden muss. Drangarnir kann auch mit einer Wanderung erkundet werden (die aber recht lang ist) oder mit einer Bootstour. Ich habe mich für letzteres entschieden.
Ein kleiner Tipp zum Thema Wanderungen auf den Färöer Inseln: viele davon sind NICHT umsonst. Du musst vorab bei einem kleinen Häuschen zahlen, damit du das Land betreten darfst. Das ist etwas, was viele Urlauber dort überrascht, denn einige Preise sind recht hoch.




Highlights auf der Insel Streymoy (Hauptinsel)
Auch auf der Hauptinsel Streymoy gibt es jede Menge zu entdecken. Zu meinen Highlights haben gezählt:
- Das Dörfchen Saksun mit dem endlos langen Strand, der mit der richtigen Tide bis zum Meer bewandert werden kann (aber Achtung: achte immer darauf, wann die Flut kommt!)
- Das Örtchen Tjørnuvik mit seinem ebenfalls wunderschönen Strand und den umgebenden Wandermöglichkeiten
- Torshavn, die Hauptstadt. Hier gibt es unter anderem neben der Buchhandlung H.N. Jacobsens (die ein sehr gemütliches Café hat) auch Tinganes zu entdecken, die Halbinsel in der Nähe des Hafens von Torshavn, auf der die alten Parlamentsgebäude stehen
- Der doppelstufige Wasserfall Fossa: Direkt an der Straße gelegen ist dieser Wasserfall ein richtig schöner Stopp auf dem Weg nach Tjørnuvik




Highlights auf der Insel Eysturoy
Die Insel Eysturoy ist wie die anderen beiden genannten Inseln über einen Unterseetunnel zu erreichen. Auf der Insel angekommen kannst du dich zum Beispiel darauf freuen:
- Hvithamar Wanderung: Mittelerde-Feeling kam für mich bei meiner Wanderung zu dem Steilhang auf, der ein spektakuläres Funningsfjørður-Panorama eröffnet. Die Wanderung an sich ist eine schöne Kurzwanderung, die du auf deinem Weg nach Gjógv mitnehmen kannst. Achte aber unbedingt auf die Wetterverhältnisse, da ein Großteil des Weges über Gras führt.
- Das Örtchen Gjógv, das bekannt für seinen Naturhafen ist. Das färöische Wort „Gjógv“ bedeutet übersetzt schlicht „Felsspalte“ oder „Schlucht“. Das Dorf verdankt seinen Namen direkt dieser 200 Meter langen, vom Meer gefluteten Basaltschlucht, die tief in die Klippen einschneidet. Am Hafen direkt kannst du eine kurze Pause machen oder oben bis zum Klippenrand laufen – der Blick auf den Atlantik lohnt sich!
- Ein weiteres Highlight für mich war die Funnings Kirkja in der Ortschaft Funningur. Sie gehört zu den zehn verbliebenen traditionellen Holzkirchen des Archipels, die im typisch färöischen Stil erbaut wurden und ist ein tolles Fotomotiv!
- Eiðis ehemaliger Fußballplatz: Ebenfalls ein bekanntes Fotomotiv ist Eiðis ehemaliger Fußballplatz, der etwas abseits gelegen direkt am Meer zu finden ist. Auch der Ort ist einen Abstecher wert.




Highlights auf den Nordinseln: Insel Kalsoy und Borðoy
Insgesamt gibt es sechs Nordinseln, ich habe mich auf meiner Reise und im Rahmen der sieben Tage aber auf Kalsoy und Borðoy konzentriert. Die Insel Borðoy erreichst du bequem über einen weiteren Unterseetunnel, Kalsoy hingegen nur mit der Fähre. Hierzu schau am besten einmal oben unter den Abschnitt „Fähren”, denn die Fähre nach Kalsoy solltest du auf jeden Fall einige Tage vorher buchen, um auch sicher einen Platz zu bekommen. Meine Highlights auf beiden Inseln waren:
- Der Leuchtturm Kallur: Eines der bekanntesten Fotomotive der Färöer-Inseln und James Bond-Drehort ist der Kallur Leuchtturm und die Wanderung dorthin. Die Strecke gilt als moderat schwierig und hat einen Hin- und Rückweg von vier bis fünf Kilometern; Ausgangspunkt ist der Ort Trøllanes. Achtung: Auch hier gibt es eine Wandergebühr, die vorab entrichtet werden muss.
- Kópakonan: Auch die Statue der Robbenfrau ist ein schöner, kurzer Stopp auf Kalsoy. Die Legende um die Robbenfrau ist dabei eine der bekanntesten der Färöer-Inseln: Der Glaube besagt, dass Robben im Grunde ehemalige Menschen sind, die im Meer ertranken. Einmal im Jahr, in der Dreikönigsnacht (6. Januar), dürfen sie an Land kommen, ihre Robbenhaut abstreifen und als Menschen tanzen und feiern. Bevor die Sonne aufgeht, müssen sie ihre Haut wieder anlegen, um ins Meer zurückzukehren.
- Klakkur Wanderung: Auf Borðoy ist die Klakkur Wanderung ein absoluter Klassiker und ähnlich wie die Hvithamar Wanderung recht straight forward zu erreichen. Startpunkt ist der Parkplatz am Ende der Schotterstraße Ástarsbrutin, Länge etwa 2,5 bis 3 Kilometer. Die Aussicht ist ebenfalls phänomenal!
Insel Mykines und Wanderung zum Leuchtturm
Die Insel Mykines ist ein sehr bekanntes Highlight der Färöer-Inseln und bekannt als Insel der Papageientaucher, aber auch wegen des Leuchtturms. Leider war die Wanderung zum Leuchtturm bei meinem Besuch gesperrt und ist es laut meiner Recherche auch jetzt immer noch (Stand: August 2026). Die Papageientaucher-Kolonie kann aber trotzdem besucht werden. Ich habe dafür allerdings einer anderen Insel den Vorzug gegeben und Mykines ausgelassen.
Tipp: Falls du dich dafür entscheidest, solltest du auch hier die Fähre frühzeitig buchen. Es ist eine reine Personenfähre, die von der Insel Vagar aus ablegt. Tickets kannst du über mykines.fo buchen, die Fahrt dauert ca. 45 Minuten. Mykines selbst ist autofrei.




Unterkünfte auf der Färöer Inseln
Zu guter Letzt möchte ich auch das Thema Unterkünfte und Verpflegung noch kurz ansprechen. Ich habe beim Buchen die Erfahrung gemacht, dass die Unterkünfte schnell ausgebucht sind. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl und gerade während der Hauptreisezeit im Sommer sind sie schnell weg. Daher ist meine Empfehlung, die Unterkünfte frühzeitig zu buchen (ebenso wie die Fährfahrt).
Mir war es darüber hinaus wichtig, eine Unterkunft mit Kochmöglichkeit zu buchen, denn die Lebensmittelpreise und Preise für Restaurantbesuche auf den Färöer Inseln sind recht hoch. Wenn du dich für die Anreise per Fähre entscheidest, kannst du Lebensmittel mitnehmen.



Noch mehr Roadtrips entdecken
Die Färöer sind eine außergewöhnlich schöne Roadtrip-Location, aber warst du schon mal in Norwegen? Zwischen Fjorden und steil abfallenden Klippen gibt es hier nämlich auch sehr viel zu entdecken: Norwegen Rundreise: 11 Tage Roadtrip durch Südnorwegen + Route. Genauso wie in vielen anderen Ländern:
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