Big Ben London

8 Dinge, die du in London ausprobieren musst

London, meine erste Reiseliebe. Die britische Hauptstadt hat einen Charme, dem ich mich nur schwer entziehen kann, weswegen ich immer wieder meinen Weg zurück zu ihr finde. Wenn du die typischen Sehenswürdigkeiten schon abgeklappert hast und dich fragst, was London sonst noch zu bieten hat, bist du hier genau richtig. Entdecke mit mir zusammen die unbekanntere Seite der Stadt!

Ceremony of the Keys: Im Dunkeln in den Tower of London

Tower of London

Der Tower of London ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von London – zurecht. Für jeden normalen Besuch wird eine Reihe von Pfund fällig und du erhältst die Möglichkeit, dir neben den Kronjuwelen auch die lange Liste von Verflossenen Henrys VIII. anzusehen, zusammen mit vielen anderen. Die Ceremony of the Keys eröffnet einen anderen Blickwinkel auf den Tower. Jede Nacht findet hier eine halbgeheime Zeremonie statt: Unbekannte warten schweigend darauf, wie die riesigen Holztüren der Festung verschlossen und gesichert werden. Ein Ritual, das hier seit etwa 700 Jahren stattfindet, bisher ohne Unterbrechung. Da die Zeremonie nur einen symbolischen Preis verlangt, nämlich 1 Pfund, solltest du die Tickets schon weit im Voraus buchen.

Viktorianisches London: Pumping Station at Crossness

Ein Zeitzeuge aus viktorianischer Zeit ist die Pumping Station at Crossness. Die Crossness-Pumpstation ist eine ehemalige Abwasserpumpstation, die vom Chefingenieur des Metropolitan Board of Works, Sir Joseph Bazalgette, und dem Architekten Charles Henry Driver entworfen wurde. Wenn du dich für Geschichte und Architektur interessierst, gibt es die Möglichkeit, die Station von innen anzuschauen. Aber aufgepasst: Die Öffnungszeiten sind sehr ausgewählt, dafür lohnt es sich aber wirklich!

Den Hardy Tree entdecken

Wer meinen Blog schon eine Weile liest, der weiß: Das Makabre fasziniert mich. Daher war der Hardy Tree genau der richtige Ort, um eine Pause vom lauten und hektischen London einzulegen. Direkt hinter der St. Pancras Old Church gelegen steht er nämlich, ein bisschen versteckt am Rand des Parks, umgeben von mehreren hundert Grabsteinen, die teilweise durch die Wurzeln des Baumes über die Zeit nach oben gedrückt wurden. Die Geräusche der Stadt sind dort wie ausgeschaltet, es ist beinahe unheimlich still. Was Friedhöfe eben so an sich haben. Aber genau das ist der Grund, wieso ich gerne welche besuche: Ruhe.

Hardy Tree London

Der Hardy Tree ist nicht natürlich entstanden. Vielmehr ist er dem Ausbau des Londoner Verkehrsnetzes zu verdanken: Denn in der Mitte der 1860er Jahre erlebte Großbritanniens Eisenbahnsystem ein immenses Wachstum. Um der wachsenden Passagierzahl gerecht zu werden, wurde eine Erweiterung geplant – mit direkter Auswirkung auf den Friedhof von St. Pancras. Im Zuge der Bauarbeiten mussten dafür Gräber verlegt werden und übrig gebliebene Grabsteine ein neues Zuhause finden. Thomas Hardy kam auf die Idee, sie um die Esche, die heute als Hardy Tree bekannt ist, zu gruppieren.

Der Londoner Untergrund: Das London Transport Museum und ausgewählte Touren

Die Londoner Tube ist eine Institution. Genau wie in New York gibt es auch in London unzählige alte Stationen, die schon lange für die Öffentlichkeit geschlossen sind. Einige davon kannst du im Rahmen einer Tour besuchen. Die Down Street, die sich zwischen den Bahnhöfen Hyde Park Corner und Green Park befindet, hatte von 1907 bis 1932 ein kurzes Leben als Arbeitsstation, war aber entscheidend für den Sieg im Zweiten Weltkrieg: Sie diente Winston Churchill als Versteck.
Aber auch das London Transport Museum ist für sich genommen definitiv einen Besuch wert.

Medizingeschichte im Old Operating Theatre

Old Operating Theatre

Wenn die Pumpstation geschlossen haben sollte, gibt es noch eine andere tolle Alternative in die viktorianische Zeit einzutauchen, nämlich das Old Operating Theatre. Es ist der älteste erhaltene Operationssaal in Europa, der Anästhesie und Antiseptika verwendete. Besucht werden kann nicht nur der Saal, sondern auch das angrenzende Museum. An Wochenenden finden die Weekend Talks statt, die noch einmal einen tieferen Einblick in das Old Operating Theatre geben. Super spannender Ort, der nur über eine ziemlich schmale, ziemlich steile Wendeltreppe erreicht werden kann.

Auf den Spuren von Jack the Ripper wandeln

Einer der bekanntesten Serienkiller aller Zeiten ist und bleibt wohl Jack the Ripper. Das ist natürlich nicht sein echter Name. Den kennt nämlich bis heute nicht einmal die Polizei. Genauso wenig wie Jack the Ripper selbst. Bekannt sind aber natürlich die Orte der Verbrechen und seine Opfer. Mit einer geführten Tour lässt sich die Geschichte, die sich in der Zeit von Ginpalästen und großer Armut abgespielt hat, Stück für Stück nachvollziehen. Ein spannender Einblick in Londons Vergangenheit.

Karl Marx auf dem Highgate Cemetery besuchen

highgate-cemetery

Der Highgate Cemetery liegt im heutigen Stadtteil Camden und gehört zu den Magnificent Seven. Was das meint? Ganz einfach: Im 19. Jahrhundert entstanden rund um London sieben Friedhöfe, die wegen ihrer aufwendigen Gestaltung als die großartigen Sieben bezeichnet werden. Gegründet wurde Highgate neben seinen sechs Geschwistern, weil im 19. Jahrhundert die Bestattungsmöglichkeiten in London knapp wurden. Camden war damals noch ein Vorort der Stadt und somit perfekt für den Neubau geeignet. Einen Teil des Friedhofs kannst du allein besuchen, für den anderen braucht es eine Tour, die ich sehr empfehlen kann. Hier habe ich viel über die viktorianische Alltagswelt gelernt und auch über den Umgang mit dem Tod, der sich von heute wirklich sehr unterscheidet.

Geistergeschichten lauschen

Wem Jack the Ripper zu real ist, der hat die Möglichkeit bei einer anderen Tour durch Londons Whitechapel District Geschichten über Geister, Erscheinungen und das Übernatürliche zu lauschen und sich ein bisschen zu gruseln. Wusstest du, dass viele der kleinen Parks, die es heute über die ganze Stadt verteilt immer noch gibt, ehemalige Pestgräber sind? Hier wurden zur Zeit der großen Epidemien hunderte Tote in anonymen Gräbern bestattet – wenn man dort keine Geister trifft, wo dann?

Welche ungewöhnlichen Plätze haben dir in London besonders gut gefallen?

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AnnaMelanieAnabelMira Recent comment authors
Mira
Mira

London ist wirklich eine tolle Stadt, die ich, genau wie du, immer wieder gerne besuche! Danke für die Tipps!

Anabel
Anabel

Die beiden Touren klingen echt interessant! Welche war dein Favorit?

Melanie
Melanie

Oh, London! Da möchte ich auch unbedingt wieder hin.