Columbia Hike&Run

Wandern op Platt: Schleswig-Holstein mit Columbia Hike&Run

Es ist Sommer, und zwar so richtig. Die Sonne knallt, die Temperatur hat gerade die sechsundzwanzig Grad geknackt. Ich steige aus dem Auto und sehe mich um: Das Hotel Hohe Wacht steht direkt vor meiner Nase, um mich herum Bäume und in einiger Entfernung sehe ich den Ort, an den ich heute möchte – den Columbia Hike&Run. Ich wurde eingeladen, mir das Event anzuschauen und bin dieser Einladung gerne gefolgt, schließlich findet es zum ersten Mal an der Ostsee statt. Beim Columbia Hike&Run geht es, wie der Name schon vermuten lässt, hauptsächlich ums Wandern. Es gibt also die Möglichkeit an einer 12 und 24 Stunden Wanderung auf einer festgelegten Route mit Versorgungspunkten teilzunehmen. Außerdem gibt es auch noch einen Trailrunning Wettkampf. „Wandern an der Ostsee?“, werden jetzt einige fragen. Ja, das geht. Ziemlich gut sogar, wie ich wenig später herausfinden werde.

Lütjenburg_1

Der Columbia Hike&Run

Nachdem ich mir den Start der 24 Stunden Wanderer angeschaut habe, suche ich mir bestimmte Punkte auf der Strecke aus, die ich mir unbedingt ansehen möchte, und setze mich wieder ins Auto. Für eine eigene kleine Wanderung bleibt mir leider nicht genug Zeit, da ich einen umfassenden Einblick in die Strecke gewinnen möchte, deshalb habe ich mich dazu entschieden, zu fahren.
Auf der Strecke selber gibt es nämlich wahnsinnig viel zu entdecken; das hätte ich vorher gar nicht gedacht, dennoch ist die Gegend um Lütjenburg, wo der Columbia Hike&Run stattfindet, eine wahre Goldgrube für tolle Ausflugsziele. Als erstes und um einen Überblick über die Strecke und die Landschaft zu gewinnen, geht es deshalb zum Hessenstein.

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Erste Station: Der Hessenstein

Der Hessenstein ist ein 128 Meter hoher Aussichtsturm auf dem Pilsberg und gleichzeitig ein Felsbrocken, der neben besagtem Turm liegt. Der Turm Hessenstein wurde im 19. Jahrhundert im Stil der Neogotik erbaut und eröffnet einen wahnsinnig tollen Ausblick über die umliegende Landschaft. Von seiner von einem Zinnenkranz umgebenen Aussichtsplattform kann man bis zu Kiels Werftanlage und zum Marine Ehrendenkmal in Laboe sehen. Wer die Augen ein bisschen zusammenkneift hat an klaren Tagen außerdem sogar Sicht bis nach Dänemark.

Hessenstein_Gut_Panker_2

Der Hessenstein steht allerdings nicht einfach so mitten in der Landschaft, sondern gehörte ursprünglich zu dem ortsansässigen Adelsgeschlecht, den Rantzaus. Da deren Besitz aber über die Zeit aufgekauft wurde, im Fall vom Hessenstein vom schwedischen König Friedrich aus dem Hause Hessen, trägt der Hessenstein nun seinen heutigen Namen nach den späteren Besitzern.

Gut_Panker_2

Vom Hessenstein zum Gut Panker

Nicht nur der Hessenstein hat dabei etwas mit der Geschichte Schleswig-Holsteins zu tun, sondern auch das Gut Panker, unsere nächste Station entlang der Wander-Route. Das Gut liegt nur wenige Kilometer entfernt vom Hessenstein und ist über fünfhundert Jahre alt. Für das Gut gilt genau das gleiche wie für den Hessenstein: Zunächst im Besitz der Familie Rantzau ging es später in den Besitz der Kurfürsten von Hessen-Kassel über.

Gut_Panker_1
Das Gut selber liegt malerisch in die schleswig-holsteinische Landschaft eingebettet und ist umgeben von ähnlich alten Gebäuden. Während ich über die Wege streife, die mit weiß getünchten Steinen markiert sind, sehe ich auf den angrenzenden Feldern junge Fohlen mit ihren Müttern herumspringen – im Hintergrund das Gutsgebäude. Kunsthandwerk und alte Gastwirtschaften erwecken den Eindruck längst vergangener Zeiten.

Naturschutzgebiet_Lütjenburg

Von Architektur zu Natur

Ich kann mich zwar kaum an den kleinen Fohlen satt sehen, beschließe aber irgendwann doch, weiterzufahren. Der nächste Abschnitt meiner Route wird der Naturschutzpark rund um den Selenter See sein. Durch Rapsfelder hindurch glitzert hier das Wasser des Sees, die Bäume wiegen sich sanft im Wind, weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen. Zusammen mit meinem Reisepartner lege ich die Füße hoch und genieße den Sommertag mit einem kühlen Wasser in der Hand, bevor es zu unserer letzten Station geht: Dem Leuchtturm Neuland.

Leuchtturm_Neuland

Von Piraten und Leuchttürmen

Vom Naturschutzgebiet dauert es nur eine kleine Weile, bis ich vor dem Leuchtturm stehe. Leuchttürme haben mich schon immer fasziniert und ich gucke sie mir gerne an – auch nur von unten. Sie beflügeln meine Phantasie, sind sie doch Zeugen der Vergangenheit, von Segelschiffen und Küstenbewohnern. Das Meerwasser spült um meine Füße und ich denke daran, wie es hier wohl vor rund einhundert Jahren ausgesehen haben mag. Der Leuchtturm könnte es mir erzählen, wenn er sprechen würde. Aber er ist nun Mal ein stummer Zeuge und so bleibt es meiner Phantasie überlassen oder einer gründlichen Recherche in der Bibliothek, was er alles gesehen haben mag.

Wo seid ihr in Schleswig-Holstein schon gewandert? Oder gehört zum Wandern für euch zwangsläufig immer eine Berglandschaft? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

[Offenlegung] Ich wurde von Columbia Hike&Run eingeladen, das Event zu besuchen. Anreise, Verpflegung und Durchführung erfolgten aber auf eigene Kosten, weswegen dieser Beitrag nicht als Werbung gekennzeichnet ist.

Wandern Schleswig-Holstein

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