Wie weit bringen dich gute Vorsätze?

Titel

WWF Blogparade #bessereVorsätze2016

Der WWF hat eine tolle Blogparade ins Leben gerufen, an der ich sehr gerne teilnehme. Die Grundessenz der Blogparade, sozusagen das Filetstück, ist nämlich die Frage: Was bringen eigentlich gute Vorsätze und brauchen wir sie?

Gute Vorsätze als Gewissensberuhigung

Wenn ich die ganzen Facebook Posts von Bloggern wie nicht Bloggern in meiner Timeline lese, dann komme ich zunächst zu dem Schluss: Gute Vorsätze sind populär, Stichpunkte mit Dingen, die man im neuen Jahr unbedingt ändern möchte, machen sich gut – sowohl gegenüber Bekannten als auch gegenüber anderen Bloggern und nicht zuletzt als super Listen Post auf dem Blog selbst, garniert mit ein paar Bildern (ich habe ein bisschen Angst, dass das hier genau so ein Post wird).
Als interessant und sehr ermutigend empfinde ich in diesem Zusammenhang aber Blogposts, die Bilanz ziehen, und zwar von den Dingen, die sie sich am Jahresanfang vorgenommen haben, die schauen, ob sie das, was sie tun wollten auch wirklich geschafft haben. Leider gibt es viel zu wenige solcher Bilanzen. Es bleibt also meistens bei den Vorsätzen.
Aber warum schreiben wir dann Listen, wenn wir die meisten der darauf befindlichen Punkte sowieso nicht umsetzen? Meiner Meinung nach um das Gewissen zu beruhigen, um sich zu sagen: Es ist nicht aufgehoben, nur aufgeschoben. Ich mache das. Bestimmt. Irgendwann. Im nächsten Jahr.

Ziele statt Vorsätze

Um ehrlich zu sein habe ich mir noch nie so eine Liste gemacht, noch nicht einmal im stillen Kämmerlein. Ich wusste vorher schon, dass ich sie sowieso nicht einhalte und habe stattdessen nach einer anderen Lösung gesucht. Statt mir also eine Liste mit all den Dingen zu schreiben, die ich besser mal tun sollte, habe ich mir lieber Ziele gesetzt, die ich wirklich unbedingt und nicht nur halbherzig erreichen wollte. Ich habe Dinge gedanklich formuliert, die mir Spaß bringen, die ich sowieso angestrebt hätte, auch ohne Liste. Gute Vorsätze haben meiner Meinung nach nämlich häufig das Manko, dass man sich unliebsame Sachen vornimmt, die man aber tatsächlich nur deshalb tun will, weil man sich in irgendeiner Weise dazu gezwungen fühlt. Man muss halt mal, aber wirklich wollen tut man nicht.

Deshalb lösen sich die guten Vorsätze auch häufig in Luft auf, verpuffen so schnell, wie man sie sich ausgedacht hat. Und am Ende bleibt ein diffuses Gefühl von Unwohlsein – darüber, dass man es schon wieder nicht geschafft hat, dass man nicht diszipliniert genug war, nicht genug Willen hatte.
Natürlich gibt es auch Sachen, die man tun muss, an denen kein Weg vorbeiführt, ob man nun möchte, oder nicht. Das sind meiner Meinung nach aber keine Kandidaten für gute Vorsätze, denn ein guter Vorsatz beinhaltet für mich die Tatsache, dass man etwas aus freien Stücken tun möchte, was man bisher nicht geschafft hat – mal mehr, mal weniger motiviert. Aber gerade um die Motivation, um das wirklich Wollen geht es: Wer sich Dinge vornimmt, die er unbedingt erreichen möchte und die er realistisch betrachtet auch erreichen kann, geht viel aktiver an die Verwirklichung heran. Wer sich aber Sachen vornimmt um des Vornehmens Willen, der kann seine Liste aus meiner Sicht gleich wieder streichen und sich stattdessen lieber mit seinem schlechten Gewissen auseinandersetzen.

Meine Ziele für das Jahr 2016

Im Rahmen dieser Blogparade habe ich also überlegt, welche Ziele ich mir im Hinblick auf das Bloggen gesetzt habe (denn das Ziele setzen ist bei mir eher ein unterbewusster Akt, ich schreibe mir das nicht auf) und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich im Wesentlichen das, was ich schon erreicht habe, ausbauen möchte. Das heißt konkret:

1. Ich möchte die Beitragsfrequenz beibehalten.
2. Ich möchte wachsen (also der Blog, nicht ich).
3. Ich möchte mehr reisen als im Jahr zuvor.
4. Ich möchte mich noch weiter vernetzen.

All das habe ich schon 2015 begonnen, die Ziele sind meiner Meinung nach also nicht utopisch, die Motivation steht. Wenn also nichts Unvorhergesehenes passiert, dann werde ich meine Ziele hoffentlich auch erreichen. Sollte ich mich im Dezember diesen Jahres an diesen Beitrag erinnern, ziehe ich natürlich gerne eine Bilanz. Und um die Frage „Brauchen wir gute Vorsätze?“ abschließend zu beantworten, sage ich: Nein, wir brauchen sie nicht. Aber konkret realisierbare Ziele, hinter denen wir mit unserem Herzblut stehen, die brauchen wir schon.

Hattet (oder habt ihr immer noch, solls ja geben) gute Vorsätze für dieses Jahr? Was haltet ihr von ihnen? Und schreibt ihr auch Listen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen, ich bin gespannt.

Kategorie Gedanken

Hallo! Ich bin Anna, Nordlicht und Studentin, und teile auf „die Gradwanderung“ Fotos und Geschichten aus meiner Heimat Norddeutschland und vom ganzen Globus.

2 Kommentare

  1. Liebe Anna,

    vielen Dank für deinen Beitrag zu unserer Blogparade und deine Gedanken zum Thema <3!
    Wir werden den Beitrag in den nächsten Tagen twittern.

    Viele Grüße, das WWF-Team.

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