Burg Edinburgh

4 weitere Burgen, die du unbedingt sehen musst

Der Artikel über meine Burgen Reise im letzten Herbst ist so gut bei euch angekommen, dass einige Burgenliebhaber auf meinen Blog aufmerksam geworden sind. Zu ihnen zählt auch Christina von Trip to the Planet, die euch heute in ihrem Gastbeitrag 4 weitere Burgen in Europa vorstellt, die ihr unbedingt besuchen müsst. Viel Spaß!

Meine Oma sagt ständig, dass ich bestimmt schon einmal gelebt habe. Wahrscheinlich irgendwann im Mittelalter in einer Burg, da ich ihr immer wieder mit meiner Faszination für diese alten Gemäuer in den Ohren liege. Egal, wo es mich hinzieht, wenn ich unterwegs eine Burg entdecke, statte ich ihr in der Regel auch einen Besuch ab.
Obwohl ich mir dann oftmals anhören muss, dass die doch eh alle gleich sind und ich mein ganzes Eintrittsgeld auch besser investieren könnte, zieht es mich immer wieder in die Ruinen und Relikte vergangener Zeiten. Alle Burgen gleich? Niemals! Ganz besonders reizen mich die unterirdischen Gänge und versteckten Katakomben. Da unten vergesse ich wie durch ein Wunder sogar manchmal meine überdimensional große Angst vor Spinnen.
Im Sommer 2015 habe ich mir dann also einen großen Traum erfüllt. Nicht nur, dass ich zum ersten Mal alleine verreist bin. Ich war eine Woche in Schottland unterwegs, dem Land, das von Burgen nur so wimmelt, und hatte mein persönliches Paradies gefunden.
Und auch, wenn ich „nur Strandurlaub“ in Portugal mache, sind die Festungen in der Nähe nicht vor mir sicher. Nachdem ich bereits in Deutschland in sehr vielen Burgen war, habe ich nun 4 weitere in anderen Ländern kennengelernt, die auch du unbedingt sehen musst.

Stirling Castle in Schottland

Die erste Burg, die ich in Schottland besucht habe, war das Stirling Castle. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es mehrmals von den Engländern belagert und von den Schotten in blutrünstigen Schlachten zurückerobert. In den dunkelsten Zeiten der Kriege der beiden britischen Nachbarn wechselte die Festung in nur 50 Jahren mindestens 8 Mal ihren Besitzer. Am bekanntesten ist wohl der Befreiungskampf der Rebellion um William Wallace, der im Film Braveheart von Mel Gibson verkörpert wurde. Nachdem Stirling Castle 1296 an den englischen König Edward I übergeben wurde, eroberten die Freiheitskämpfer mit Anführer Wallace die Burg nur ein Jahr später wieder zurück.
Hoch oben auf dem vulkanischen Castle Hill thront das geschichtsträchtige Stirling Castle über der Altstadt von Stirling in einer strategisch günstigen Lage an der Grenze zwischen Lowlands und Highlands. Heute gehört es zu einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in ganz Schottland.
Obwohl ich natürlich kein großer Fan davon bin, wenn es wie aus Eimern schüttet, finde ich, dass ein Ort mit so finsterer Vergangenheit immer noch authentischer rüberkommt, wenn das (schlechte) Wetter mitspielt. Also kann ich irgendwie auch von Glück sprechen, dass mich der typische Sommer in Schottland (Zitat eines waschechten Schotten) mit seinem strömenden Regen an diesem Tag nicht im Stich gelassen hat.
Die Highlights in der Burg sind The Great Hall, The Royal Palace und die Queen Anne Gardens. Die “große Halle” ist die größte ihrer Art und wurde einst für James IV fertiggestellt, um schillernde Feste zu veranstalten. Der Royal Palace war der Palast von James V. Einrichtung und Dekoration sind so gehalten wie zu den Zeiten, als Mary Stuart, Königin von Schottland, dort gelebt hat. Besonders die prunkvollen Gemächer sind absolut sehenswert. Die Queen Anne Gardens auf der Südseite der Burg eignen sich hervorragend für einen kleinen Rundgang. An dieser Stelle war ich dann doch etwas traurig, dass das Wetter ziemlich bescheiden war. Auf den Befestigungsmauern kann man sehr gut entlang spazieren und einen tollen Ausblick auf die Umgebung genießen.
Ganz in der Nähe des Stirling Castle befindet sich übrigens der Loch Lomond. Der See ist der größte in ganz Schottland. Wer im Zuge seines Burgbesuchs noch ein wenig die schottische Landschaft erkunden möchte, ist dort genau richtig.

Eintritt 14,50 Pfund (ca. 18,40 Euro)
Website www.stirlingcastle.gov.uk

St. Andrews Castle in Schottland

Das St. Andrews Castle befindet sich in der gleichnamigen Stadt St. Andrews im Kingdom of Fife und direkt an der Nordsee. Eine Burg direkt am Meer. Sowas hatte ich zuvor noch nie gesehen. Obwohl es in der Ruine wesentlich weniger zu entdecken gibt als noch im Stirling Castle, zählt sie zu meinen absoluten Lieblingsburgen. An diesem Tag gönnte uns der Wettergott zahlreiche Sonnenstrahlen. Was gibt es da Schöneres, als die alten Gemäuer mit dem Meeresduft in der Nase zu erkunden.
Historisch zwar nicht ganz so bedeutend wie die Burg in Stirling, wurde hier mit James III. dennoch ein schottischer König geboren. Während dieser Zeit wurde das Castle auch als Gefängnis genutzt, das heute ebenso besucht werden kann wie die unterirdischen Minen, mein persönliches Highlight.
Ansonsten sollte man sich unbedingt mal auf die alten Mauern setzen und dem Rauschen des Meeres einfach nur zuhören. Die Zeit vergeht wie im Flug. Da die Burg touristisch nicht allzu sehr überlaufen ist, kann man hier durchaus ungestört ein paar Augenblicke verbringen und in Ruhe die traumhafte Aussicht genießen.
Nach dem Besuch der Burg kann man im Golferparadies St. Andrews entweder den Schläger schwingen oder einen gemütlichen Einkaufsbummel durch die vielen kleinen Geschäfte machen. Vielleicht entdeckt ihr ja das Café, in dem sich Prinz William und Kate kennengelernt haben sollen. Oder aber man verbringt etwas Zeit am Strand. Für kurze Zeit hatte ich fast vergessen, dass ich im wettertechnisch gesehen eigentlich recht bescheidenen Schottland zu Gast bin.

Eintritt 5,50 Pfund (ca. 7 Euro)
Website www.visitscotland.com

Edinburgh Castle in Schottland

Das Edinburgh Castle in der schottischen Hauptstadt ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten im Land und nicht nur für Burgenliebhaber ein Muss. Wer Edinburgh besucht, sollte sich die Burg am oberen Ende der Royal Mile auf keinen Fall entgehen lassen. Die langen Warteschlangen am Eingang sprechen Bände über die Beliebtheit. Eine halbe Stunde vor offizieller Öffnung da sein ist gar nichts. Daher sollte man das Ticket am besten schon vorher online kaufen, um die lange Wartezeit zu umgehen. Hat man es schließlich nach drinnen geschafft, wartet ein wunderschöner Ausblick auf die Stadt, der bis zum Meer reicht.

Eines der zahlreichen Highlights in der Burg ist die tägliche One O’Clock Gun, bei der man sich um 13 Uhr rechtzeitig die Ohren zuhalten sollte. Früher diente das Signal dazu, Seefahrern im Firth of Forth die exakte Zeit anzugeben. Nicht nur für Kanonenfans bietet das Edinburgh Castle mit der Mon’s Meg zudem eines der größten Geschosse in ganz Europa. 1681 zum letzten Mal abgefeuert, flogen die Steine bis zu 3 Kilometer weit.
Das älteste Gebäude der ganzen Burg ist die kleine Kapelle St. Margaret. Wer hier hinein möchte, muss etwas Geduld mitbringen, denn so ziemlich jeder Besucher möchte einen Blick in den winzigen Raum werfen.
Besuchermagnet schlechthin ist aber sicherlich der Kronsaal, in dem sich heute die schottischen Kronjuwelen befinden. Leider darf man dort aber keine Fotos machen. Zugegebenermaßen habe ich in dem Gedrängel trotzdem kurz darüber nachgedacht, weil mich der Anblick dieser historischen Kostbarkeiten ehemaliger schottischer Königinnen und Könige fasziniert hat, riskieren wollte ich es dann aber doch nicht.
Nach dem Besuch ist das Edinburgh Castle idealer Ausgangspunkt für eine Erkundung der Old Town inklusive der Royal Mile. Ob Whiskyverkostung, Besichtigung der verlassenen Katakomben im Untergrund oder eine Pub-Tour. Wer Edinburgh kennenlernen möchte, ist hier genau richtig.

Eintritt 16,50 Pfund (ca. 21,70 Euro)
Website www.edinburghcastle.gov.uk

Castelo de Silves in Portugal

Obwohl ich in Portugal ursprünglich einfach nur entspannen und das Meer genießen wollte, konnte ich natürlich doch nicht die ganze Zeit die Füße still halten und am Strand liegen. Das schaffe ich nie. Dafür gibt es einfach überall viel zu viel zu entdecken. So auch im Hinterland der Algarve. In Silves, der ehemaligen Hauptstadt des südlichen Teils Portugals, ziert die alte maurische Burg mit ihren roten Mauern das Gesicht der Altstadt.
Der Außenring mit seinen 11 Türmen ist noch komplett erhalten. Heute kann man dort wunderschön einmal um die ganze Anlage laufen und in die Weiten der Algarve blicken. Die Burg ist die schönste und die am besten erhaltenste in der ganzen Region. Im Innenhof mit zahlreichen Palmen kann man in schönem Ambiente eine Kleinigkeit essen.

Silves befindet sich ganz in der Nähe des wunderschönen Monchique-Gebirges, dem Wanderparadies der Algarve. Auf dem über 900 Meter hohen Fóia kann man an sonnigen Tagen bis runter zur Küste sehen.

Eintritt 2,80 Euro
Website www.algarve-reisen.com

Hast du schon eine der Burgen besucht? Haben sie dir auch so gut gefallen? Kennst du noch weitere Burgen, die man unbedingt besuchen muss? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Das war ein Gastbeitrag von Christina, die auf ihrem Reiseblog Trip to the Planet über Kurztrips, Städtereisen, Tagesausflüge und Wanderungen für die kleine Auszeit zwischendurch schreibt. Der Blog steht für die „Step-by-Step-Weltreise“, richtet sich also in erster Linie an alle, die aus den verschiedensten Gründen die legendäre Weltreise (noch) nicht wagen und in vielen kleinen Schritten die Welt erkunden möchten.

  1. Schottland fehlt leider noch! Da möchte ich aber unbedingt auch noch hin!!! Auf der Burg in Silves war ich in den 90ern. Das war super – damals fand dort das Bier- Festival statt.
    Liebe Grüße
    Nic

    • Schottland ist wirklich schön, da stimme ich dir zu. Da habe ich mir auch schon ein paar Burgen angeschaut und das Wetter Wettet war natürlich ebenfalls authentisch verregnet. 😉

  2. Ich bin soooo neidisch… Schottland will ich schon lange unbedingt sehen und die wundervollen Burgen sowieso. Wie kann man nur sagen, dass alle Burgen gleich sind – die haben ja keine Ahnung 😉 Ein sehr schöner Beitrag, der meine Burgen-Liste noch ein wenig verlängert hat.
    Liebe Grüße
    Maria

    • Auf keinen Fall sind sie alle gleich. 🙂 Mich hat der Artikel auch inspiriert und bei meiner nächsten Schottland Reise stehen auf jeden Fall wieder Burgen auf dem Programm.

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