USA Roadtrip: Planung und Vorbereitung

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Roadtrips sind für mich eine der schönsten Möglichkeiten, ein Land kennenzulernen. Man ist mobil, nicht auf eine Stadt festgelegt und entdeckt häufig am Wegesrand Dinge, mit denen man niemals gerechnet hätte. Meinen aller ersten Roadtrip habe ich im Outback Australiens unternommen, war danach mehrmals in Italien unterwegs und schließlich auch in Amerika. Seitdem habe ich mein Herz an Roadtrips verloren, auch wenn sie noch so kurz sind.
Gerade die USA sind für viele das Traumland für Roadtrips und auch ich habe mich lange darauf gefreut, die Westküste mit dem Auto zu erkunden, nachdem ich an der Ostküste einen Mini Roadtrip von Washington D.C. bis New York gefahren bin.
Ein Roadtrip kann aber nicht nur Traum, sondern auch Albtraum werden – zumindest wenn man einige Dinge (Stichwort: Einreisebestimmungen) nicht beachtet. Was du für deinen nächsten US-Roadtrip wissen musst und wie du dich darauf vorbereitest, liest du jetzt hier. Und um das Ganze für dich noch ein bisschen spannender zu machen, gibt es am Ende des Artikel ein kleines Gewinnspiel.

Wahl des Zielgebiets und Route

Zunächst einmal musst du dir natürlich darüber Gedanken machen, wohin du überhaupt fahren möchtest. Die USA sind ein riesengroßes Land und wer zu viel plant, sieht am Ende weniger. Für meinen ersten Roadtrip an die US-Ostküste hatte ich nur zehn Tage Zeit, dementsprechend kurz war auch die Route, denn ich wollte ja nicht nur im Auto sitzen, sondern auch etwas vom Land sehen.

Tipp 1: Plane realistisch und lieber mehr Zeit ein als zu wenig.

Eine Route zu erstellen ist technisch gesehen einfach, in der Realität aber weitaus schwieriger als gedacht. Denn irgendwo entdeckt man immer etwas, was partout nicht in der Nähe liegt und es dauert einige Zeit, bis man entweder alles integriert oder sich von einigen Ideen verabschiedet hat. Mein Mittel der Wahl war und ist für eine erste Übersicht immer noch Google Maps oder OpenStreetmap. Hier kann man einfach am schnellsten einen Eindruck von der Länge und Machbarkeit seiner Pläne gewinnen und außerdem auch nach Ausweichmöglichkeiten suchen. Aber Vorsicht: Es gibt das alte und das neue Google Maps. Beim neuen kann man nur zehn Punkte zu seiner Route hinzufügen, danach ist Schluss. Beim alten hingegen ist die Liste, soweit ich weiß, unbegrenzt. Letzteres ist einfach so viel praktischer.

Tipp 2: Achte auf die Durchführbarkeit deiner Pläne. Beziehe Klima und Jahreszeiten mit ein. Gerade im Westen der USA kann es da krasse Unterschiede geben.

Wenn du dich für ein Zielgebiet und deine Route entschieden hast, ist schon der erste Schritt für die Realisierung deines Roadtrips getan. Weiter geht’s!

Mietwagen buchen

Mietwagen oder Camper Van? Das war die Frage, die ich mir zuerst gestellt habe. Schnell bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass ein Mietwagen in meinem Fall die bessere Lösung ist (was vor allem etwas mit der Jahreszeit zu tun hat, in der ich meinen Roadtrip unternehmen werde; da ist es an vielen Stellen einfach noch zu kalt zum campen). Wer aber in den Sommermonaten unterwegs und für den Campen kein no-go ist, der sollte sich meiner Meinung nach wirklich überlegen, statt eines Mietwagens einen Van zu nehmen.
Nun gut. Die erste Recherche über Mietwagenpreise ergab, dass zwischen 18 Euro pro Tag und unbegrenzt aufwärts fast alles im Rahmen des Möglichen lag.

Tipp 3: Denke bei der Preisplanung auch daran, dass bei vielen Mietwagenfirmen bei Abholung eine Kaution fällig wird und du dafür eine Kreditkarte brauchst (bar geht zwar meistens auch, kann aber problematisch werden).

Da mein Portemonnaie aber begrenzt ist, bin ich schnell bei den günstigeren Angeboten hängen geblieben. Hier war mir besonders wichtig, einen entsprechenden Versicherungsschutz zu haben. Ja, ich weiß: Darüber machen die Unternehmen ihr Geld. Aber ehrlich gesagt bin ich da ein kleiner Angsthase und habe auch nicht die Rücklagen um mal eben einen Unfallschaden komplett aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Daher: Keine Selbstbeteiligung ist für mich wichtig. Die besten Angebote habe ich mit meinem Anforderungsprofil daher beim ADAC gefunden, die für Mitglieder sogar erschwingliche Preise anbieten. Off Road werde ich mit dem Mietwagen zwar nicht gehen können, aber das ist auch nicht geplant. 😉

Tipp 4: Ein weiterer Punkt ist der internationale Führerschein. Diesen sollte man vor Reiseantritt beantragen und immer zusätzlich zu seinem nationalen Führerschein dabei haben. Ich habe dafür 16,- Euro gezahlt, aber das ist von Stadt zu Stadt sicher unterschiedlich.

Flug

Einen günstigen Flug zu finden, gleicht der Sisyphos Sage: Immer wenn man glaubt, man hat es jetzt, rollt der Stein den Berg wieder runter. Um es abzukürzen: Ich habe ein einmaliges Angebot bei British Airways von Hamburg nach New York gefunden (ca. 400 Euro für Hin- und Rückflug). Weiter in den Westen geht es dann mit JetBlue für 247,- Euro (inklusive Gepäck). Für alle Flüge zahle ich also um die 650,- Euro. Insgesamt wäre es sicherlich noch günstiger gegangen, aber irgendwann ist der Sack auch mal zu und man nimmt, was die Flugsuche anbietet. Dennoch hat sich die Lange Suche nach einem passenden Flug zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten durchaus gelohnt. Besonders Skyscanner und Google Flights haben mir sehr geholfen. Wer mehr darüber erfahren will, wie er den günstigsten Flug findet, der schaue einmal bei Conni von Planet Backpack, bei Anne von Going Vagabond oder bei Patrick von 101 places vorbei.

Einreise in die USA

Meine persönliche Horrorvorstellung ist es, nach einem zehn Stunden Flug von den Grenzern abgewiesen und wieder nach Hause geschickt zu werden. Um das zu vermeiden (natürlich liegt die Entscheidung letzten Endes doch beim Grenzer, aber gut), sollte man sich also mit den Einreiseformalia beschäftigen. Das heißt als Deutscher Staatsbürger für eine Einreise in die USA: ESTA beantragen. Kosten tut das Ganze $14. Man benötigt für den Ablauf unter anderem einen gültigen Reisepass, seinen Personalausweis, eine Kreditkarte (muss nicht zwingend die eigene sein, jemand anderes kann den Betrag auch überweisen), die erste Adresse in den USA und den richtigen Link. Es gibt nämlich einige Anbieter, die zusätzliche Kosten erheben.

Tipp 5: Um auf eben jene Anbieter nicht reinzufallen, bin ich über den Link zur ESTA Seite des Auswärtigen Amtes gegangen. Hier habe ich bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht. 😉

Neben dem ESTA Antrag sollte man auch in seine Flugbuchung reinschauen. Zumindest bei British Airways werden nämlich noch zusätzliche Angaben zu Person und Aufenthaltsort bei Flügen in die USA verlangt, die vor Flugantritt anzugeben sind.

Unterkünfte

Der nächste Punkt auf meiner To-Do-Liste sind die Unterkünfte. Da ich Studentin bin gilt auch hier die Devise: Teure Hotels sind nicht drin. Also habe ich mich für AirBnB entschieden, mit denen ich schon an anderer Stelle durchweg positive Erfahrungen gemacht habe. Der Vorteil dabei ist natürlich auch, dass man gerade in den Großstädten relativ spontan buchen kann und sich, wenn man das möchte, eben auch erst auf der Reise für eine Unterkunft entscheiden kann. Mehr ist zu den Unterkünften zum jetzigen Zeitpunkt auch eigentlich noch nicht zu sagen. Ich lasse mich überraschen.

Special Needs: Verpflegung, Navigation & Co

Dieser Punkt fasst zusammen, was einen Roadtrip in seinen Einzelheiten ausmacht. Ich fange mal mit der Verpflegung an: Gut dabei zu haben, gerade in der Wüste, ist Wasser. Hier empfiehlt es sich vor Start des Roadtrips kurz an einem der vielen amerikanischen Einkaufszentren vorbeizufahren und zwei große Kanister Mineralwasser mitzunehmen. Die kann man dann immer noch in handlichere Flaschen umfüllen, spart sich aber den Plastikmüll. Auch kleinere Snacks für Zwischendurch sowie eine Kühlbox, in der schnell verderbliche Lebensmittel gelagert werden können, sind bei genug Platz definitiv zu empfehlen.
Navigieren werde ich nicht mit einem Navigationsgerät, sondern mit dem Smartphone. App der Wahl ist hier Navmii oder HERE. Natürlich wird auch noch Kartenmaterial mitgenommen, man weiß ja nie. Wie die Apps funktioniert haben, werdet ihr in einem gesonderten Artikel lesen.

Apps verwende ich auch sonst gern. Schon getestet sind:

  • AirBnB und TripAdvisor: Beide sehr hilfreich, wenn es darum geht, Buchungen einzusehen oder bestimmte Sehenswürdigkeiten zu finde.n
  • PassAndroid: Wenn man mal keinen Drucker in der Nähe hat, um sein Flugticket auszudrucken, kann man über diese App sein Ticket auch digital nutzen.

Ausprobiert werden wollen noch die Folgenden (die ich euch aber nicht vorenthalten möchte):

  • SkyMap: Für die Sternenfotografie bestimmt gut zu gebrauchen, allerdings finde ich es bei solchen Apps immer fraglich, ob es nicht simpler ist, einfach nach oben zu gucken.
  • GasBuddy: Gerade bei Roadtrips nicht zu verachten, mal schauen, wie sie funktioniert.
  • Happy Cow: Für alle Vegetarier und Veganer auf jeden Fall einen Versuch wert. Mal sehen, wie sich die App schlägt.
  • SitOrSquat – Restroom finder: Wer kennt es noch? Man bekommt immer dann eine Dackelblase, wenn man gerade losgefahren ist und weit und breit keine Toilette zu sehen ist. Deshalb werde ich auch diese App ausprobieren und später berichten. 😉

Auf einen Roadtrip gehört natürlich auch gute Musik und das ein oder andere Hörbuch. Hier werde ich mich noch umschauen und in meinem Fazit Artikel meine persönlichen Highlights nennen.

Wie organisiert ihr euren Roadtrip? Was für Apps verwendet ihr? Womit habt ihr gute Erfahrungen gemacht? Lasst es mich in den Kommentaren wissen, ich bin gespannt.

Gewinnspiel *ist beendet*

Ich schreibe, wie einige andere Reiseblogger auch, sehr gerne Postkarten. Wenn du also genauso gerne Postkarten bekommst, wie ich sie schreibe, dann jetzt mal die Ohren gespitzt: Ich verlose 2 persönlich geschriebene Postkarten von meinem USA Roadtrip an jeweils 2 von euch.

Am Gewinnspiel teilnehmen kannst du, wenn du mir auf Facebook folgst und Leser meines Blogs bist, das 14. Lebensjahr vollendet hast, dein Wohnsitz in Deutschland liegt und du mir unter diesem Facebook Beitrag oder direkt unter diesem Beitrag in der Kommentarfunktion meines Blogs die folgende Frage beantwortest:

Von welcher der vier Destinationen (New York, Los Angeles, San Francisco, Überraschungskarte von „irgendwo on the road“) möchtest du eine Postkarte geschickt bekommen?

Die Verlosung läuft bis einschließlich den 3.3.16 und ich gebe die Gewinner am 4.3.16 in diesem Beitrag bekannt.

Die Gewinner melden sich dann bitte innerhalb von drei Tagen unter diegradwanderung@gmail.com und teilen mir ihre vollen Namen und ihre Anschrift mit.

Die genauen Teilnahmebedingungen findest du hier: Teilnahmebedingungen.

Herzlichen Glückwunsch! Die beiden Gewinner von jeweils einer Postkarte sind Sandra und Anna. Bitte meldet euch bei mir, damit ich euch die Postkarten auch zuschicken kann. 🙂

13 Kommentare

  1. Ich liebe Roadtrips ja auch total – diese Freiheit und Unabhängigkeit sind unvergleichlich. Leider bin ich nicht soo sattelfest beim Autofahren, so dass ich selten selber fahre, schon gar nicht im Ausland :p Die meisten Apps sind mir jedenfalls neu und da muss ich unbedingt mal einen Blick drauf werfen 😉

  2. Pingback: Durch 6 Bundesstaaten der USA - Die Gradwanderung

  3. super Tipps, die kann man mit Ausnahme der Einreisebestimmungen für jeden Roadtrip nutzen 🙂
    von den Apps nutze ich Citymaps2go auch immer auf meinen Städtetripps
    und Happy Cow kann ich dir wirklich empfehlen, für mich als Veganer ist diese App unverzichtbar
    lg

  4. Hi Anna,
    voll die süße Idee. Ich liebe Postkarten und leider bekommt man sie verdammt selten! Da ich Roadtrips genauso liebe wie Überraschungen, würde ich mich über eine surprise-Postkarte freuen. Getreu dem Motto meines Blogs gerne irgendwas mit eine „track“…einer Straße oder einem Weg, auf dem man Laufen/Wandern könnte. 🙂

  5. ich hab bisher erst einen etwas größeren roadtrip gemacht und das war im westen der usa. ich war total aufgeregt, wie meine planung in der realität wohl funktionieren würde und war bis auf einen denkfehler (3 stunden zum grand canyon geht doch – verdammt, man muss ja auch wieder zurückfahren…) eigentlich super zufrieden. die wichtigen highlights konnte ich unterbringen, aber natürlich ging auch vieles nicht, was „in der nähe“ war. eben weil ich nicht jede minute vollstopfen wollte, da ich wusste, dass mir das für die wahrnehmung einfach zuviel war. in weniger gut erschlossenen ländern ist das sicherlich wesentlich schwieriger, aber sonst geht das ja dank all der technischen hilfsmittel (wenn ich mal wieder sowas mache werde ich wohl hier in deiner app liste nochmal nachsehen ^.^) heute schon recht gut. ich frag mich immer, wie menschen in zeiten vor dem internet und google maps solche reisen geplant haben…

    • Ja, ich habe mir auch nur die Punkte rausgesucht, die ich unbedingt sehen wollte. Da wäre natürlich noch viel mehr gewesen, was man sich theoretisch hätte anschauen können. Aber bevor es dann in Stress ausartet… 🙂

      Herzlich,
      Anna

  6. Ein guter Rat, die Route möglichst überschaubar zu halten, finde ich. Die Entfernungen in den USA sind oft viel länger als bei uns, und da unterschätzt man schon mal die Zeit, die benötigt wird, um sie zurück zu legen. Ein sehr informativer Post! Vielen Dank dafür.

  7. Wir sind auch große Roadtrip-Fans und die Planung ist ein Teil meiner Vorfreude!
    Allerdings benötigst du einen internationalen Führerschein nur für die Bundesstaaten Georgia und Kentucky, woanders brauchst du ihn nicht, auch der alte „rosa Lappen“ ist ausreichend.
    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass es für Deutsche eigentlich unmöglich ist, einen legal in den USA akzeptierten internationalen FS zu bekommen, das weiß nur fast keiner… Hier nachzulesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Führerschein#Zwischenstaatliche_Abkommen

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