AirBnB

Unterwegs mit AirBnB

Meine erste Erfahrung mit dem Aufenthalt in privaten Unterkünften

Es sollte nach Kopenhagen gehen und meine erste schnelle Recherche zu Hotel- und Hostelpreisen vertrug sich leider so gar nicht mit dem Budget, das ich für die Reise angesetzt hatte. Natürlich war mir auch im Vorherein klar, dass Kopenhagen nicht unbedingt die günstigste Stadt ist, aber dennoch: Viele der Preise für mittelmäßige bis weniger gute Hotels war ich schlichtweg nicht bereit zu zahlen. Was also tun?

Im Prinzip hatte ich schon länger damit geliebäugelt, AirBnB einmal auszuprobieren, aber es hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht ergeben. Also entschied ich mich für meinen Kopenhagen Städtetrip (dazu wird es auch noch Artikel geben, solange schaut doch bei meinen Fotos auf Instagram vorbei) dafür, es endlich zu wagen.

Was genau ist AirBnB?

Gesagt, getan. Doch bevor ich wild drauf los buchte, wollte ich mich erst einmal über das Konzept der Website informieren, über den Umgang mit personenbezogenen Daten und den Ablauf nach der Buchung.<

Wer wie ich vor meinem Kopenhagen Trip noch keine Erfahrungen mit AirBnB gesammelt hat und die Infos über die Plattform eher aus gepflegtem Halbwissen bestehen, dem versuche ich nun zu erklären, worum es dabei geht.

Kurz gesagt ist AirBnB eine Plattform, auf der Privatleute ihre Unterkünfte an Gäste aus aller Welt vermieten. Das können Zimmer sein, oder auch ganze Wohnungen oder Häuser (oder andere einzigartige Quartiere). Das Angebot an Unterkünften ist gerade in Großstädten natürlich besonders vielfältig, aber auch in weniger bewohnten Gegenden ist es durchaus möglich, via AirBnB ein Dach über dem Kopf zu finden.

Wie funktioniert die Website?

Nachdem man sich registriert hat, wird dazu aufgefordert, das eigene Profil auszufüllen. Da AirBnB nach eigenen Angaben auf Vertrauen zwischen Gast und Gastgeber fußt, gehören dazu neben dem Profilbild und einer bestätigten E-mail Adresse auch zusätzliche Verifizierungen wie beispielsweise die der Telefonnummer oder auch des Führerscheins / Personalausweises / Reisepasses. Dazu wird in der Regel ein Scan von selbigen verlangt.

Damit ist dem Vertrauensaufbau aber noch nicht genug getan, vielmehr möchte AirBnB noch eine weitere Bestätigung durch die Verknüpfung des Profils mit einem der eigenen Konten in sozialen Netzwerken wie Facebook, Google+ oder LinkeIn vollzogen wissen.

Nachgeschoben muss ich dazu jedoch noch erwähnen, dass man, um ein Profil bei AirBnB anlegen und Buchungen anfragen zu können (ich schreibe immer aus der Sicht des Gastes, wie es bei Gastgebern aussieht, ist noch einmal eine andere Sache), diese zusätzlichen Verifizierungen (also Telefonnummer, Ausweise oder soziale Netzwerke) nicht angeben muss. Faktisch wird aber bei nicht ausfüllen immer impliziert, dass der eigene Account dann weniger vertrauenswürdig ist als andere, die diese Verifzierungen haben.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Im Hinblick darauf, dass Gastgeber ihr Zuhause an wildfremde Menschen vermieten und Gäste bei unbekannten Privatpersonen übernachten, ist dieses Prinzip verständlich und auch löblich. Dennoch hat es sich mir nicht ganz erschlossen, weshalb ein aktives Konto in einem sozialen Netzwerk wie Facebook vertrauenswürdiger sein soll als eine bestätigte Telefonnummer oder der Scan meines Personalausweises.

Die Nutzung von AirBnB geht also mit einer gewissen Freigiebigkeit von persönlichen Daten einher. Wer das partout unterbinden möchte, der sollte die Plattform nicht nutzen.

Auch ich habe länger darüber nachgedacht, ob ich den Bedingungen zustimme; im Endeffekt hat mich das Kosten – Nutzen Verhältnis dann aber überzeugt, mich trotz der Datenpolitik bei AirBnB anzumelden.

Die Anmeldung ist getan, und nun?

Jetzt geht es auf die Suche nach passenden Unterkünften. In einer ersten Schnellsuche direkt auf der Startseite können Ort, gewünschtes Datum und Gästeanzahl angegeben werden. Sobald ihr auf „suchen“ klickt, werdet ihr dann zu einer Übersicht von möglichen Unterkünften weitergeleitet. Dort könnt ihr eure Suche noch verfeinern (beispielsweise bezüglich Preisen, Arten von Unterkünften oder auch weiteren Filtern, bei denen man viele verschiedene Dinge auswählen kann, etwa die Nachbarschaft oder die Ausstattung der Unterkunft).

Wichtig dabei ist: Schaut genau hin! Lest das Inserat, die Bewertungen, die Sparte zur Ausstattung und zu Stornobedingungen und Hausregeln. Schaut die Fotos durch. Auch das Profil des Gastgebers kann aufschlussreich sein.

Mein Tipp für die Wahl: Fühlt euch wohl mit der Unterkunft, die ihr buchen wollt und stellt das vielleicht sogar über einen günstigen Preis oder eine tolle Lage. Denn: Wenn die Harmonie zwischen euch und dem Gastgeber nicht stimmt, wird der Aufenthalt vielleicht weniger schön, wie ihr es euch erhofft habt.

Habt ihr eure Wahl getroffen, könnt ihr die Buchung anfragen. Manche Gastgeber möchten erst persönlich die Bestätigung der Buchung freigeben, bei manchen kann man als Gast auch sofort buchen. Im Folgenden wartet ihr dann auf die Bestätigung und danach merkt AirBnB den jeweiligen Betrag auf eurem Konto vor. Ausgezahlt wird dieser an den Gastgeber jedoch erst 24 nach eurer Anreise.

Buchung: Check

Nachdem euch die Reise bestätigt wurde, setzt ihr euch bezüglich Ankunftszeitraum und anderem mit dem Gastgeber in Verbindung. Dabei sollte immer bedacht werden, dass man sich nicht in einem Hotel einquartiert, sondern in dem Zuhause einer Person. Entsprechend respektvoll sollte auch die Kommunikation, denn es kann immer mal sein, dass der Gastgeber arbeitet oder andere Verpflichtungen hat, wenn man ankommt.

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind (nicht nur) hier also ein absolutes Muss! Falls sich die Anreise verzögern sollte oder ihr anderweitig während der Reise mit eurem Gastgeber in Kontakt treten müsst: Speichert seine Telefonnummer vorsichtshalber in eurem Handy ab.

In der Unterkunft angekommen gilt das gleiche wie bisher auch: Haltet euch an Absprachen und seid höflich und freundlich. Behandelt alles so, wie ihr euren Besitz auch behandelt haben wollt: Mit Respekt. Und falls doch einmal etwas schief gehen sollte, das ihr nicht vor Ort mit dem Gastgeber persönlich klären könnt, gibt es immer noch die Möglichkeit, sich an AirBnB zu wenden (die FAQ beantworten alle Fragen sehr ausführlich).

Warum ich mich für AirBnB entschieden habe

Wie schon oben beschrieben war mein vorrangiger Grund für die Buchung über AirBnB zugegebener Maßen der Preis. AirBnB hat aber auch noch eine Reihe anderer Vorteile gegenüber herkömmlichen Hotels:

  • Näher am Geschehen: Je nachdem, wo man sich einmietet, kann dieser Punkt natürlich differieren. Grundsätzlich gesehen wohnt man aber häufig in guter Lage und nahe an den öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Zentrum der Stadt. Für einen Städtetrip ist das also eine perfekte Ausgangslage.
  • Öffentliches Leben direkt vor der Nase: Supermärkte, Post, Drogerie und vieles mehr habe ich in „Hotelgegenden“ sehr häufig stundenlang suchen müssen. In Vierteln, in denen es viele Anwohner und weniger Touristen gibt, sind Geschäfte des täglichen Gebrauchs deswegen nach meiner Erfahrung viel einfacher zu finden und zudem nicht überteuert.
  • Teures Restaurant adé: In vielen Fällen ist es außerdem möglich, seine Einkäufe in einem Kühlschrank(fach) zu lagern. Damit spart man sich teure Restaurants und auch wenn man am Abend kaputt vom Tag zurück kommt, sind Nudeln mit Sauce oder ein belegtes Brot schnell gemacht. Statt also jeden Abend nach einem Restaurant zu suchen, habe ich persönlich mir das Geld lieber für ein schönes Abschiedsessen aufgespart.
  • Kontakt zu den Locals: Einer der Gründe, weshalb viele Gastgeber ihre Wohnung vermieten, ist der, dass sie mit Leuten aus aller Welt zu tun haben möchten. Das gilt natürlich auch umgekehrt: Der Gastgeber ist eine nützliche Quelle für Informationen rund um die Stadt und außerdem häufig auch an der Person, die für eine Weile in seinem Zuhause wohnt, interessiert. Dabei wird einem der Kontakt allerdings nie aufgezwungen; Menschen, die sich also nicht stundenlang unterhalten wollen, müssen dies auch nicht tun.

Zum Schluss sei gesagt

Insgesamt also viele Vorteile, die man in herkömmlichen Hotels nicht unbedingt erwarten kann. Wer selbständige und eigen organisierte Urlaube vorzieht, findet deshalb meiner Meinung nach in AirBnB eine gute Grundlage. Was man jedoch nicht erwarten sollte, ist mehr als im Inserat angegeben wurde (natürlich kann man nachfragen, aber ob dem Wunsch entsprochen wird, liegt am Gastgeber). Steht also in der Beschreibung, dass es kein Frühstück gibt, dann gibt es kein Frühstück.

Das Modell hat mich bis zu diesem Zeitpunkt überzeugt, sollte sich dies ändern, werde ich auch darüber einen Artikel schreiben. Wenn man also weiß, auf was man sich einlässt (auch im Hinblick auf die Freigabe von persönlichen Daten), ist mir AirBnB eine Empfehlung wert.

– Dieser Artikel wurde nicht gesponsert. Er repräsentiert meine eigene Meinung und spiegelt meine persönlichen Erfahrungen wider. –

  1. Interessanter Artikel! Als ich mich vor ca 5 Jahren bei Airbnb angemeldet habe gabs diese Social Network Verknüpfung noch nicht. Ich hab sowohl Erfahrungen als Gastgeber als auch als Gast in verschiedenen Ländern sammeln können. airbnb hat auch seine Tücken und auf Bewertungen kann man sich nicht immer verlassen. Super positiv bewertete Menschen stellten sich in meiner Wohnung als arrogante Schnösel heraus für die der Begriff Sauberkeit und Respekt ein Fremdwort waren. Andere Gäste waren so toll dass wir drei Tage gemeinsam verschiedenste Dinge unternommen haben von kinobesuch über Kochabend. Als Gast hab ich mich eigentlich immer wohl gefühlt aber es war oft schwer einen echten Draht zu den eher distanzierten Gastgebern zu finden. Oder ich fand mich plötzlich in einer Musikschule wieder statt in einer Privatwohnung 😉
    Spannend und günstiger als Hotels ist airbnb jedoch fast immer als Gast.

    Liebe Grüße,
    Ela

    • Hallo Ela,

      das klingt danach, als hättest du schon sehr vielfältige Erlebnisse mit AirBnB Unterkünften gemacht. Negative Erfahrungen habe ich bisher glücklicherweise noch gar nicht gemacht und ich habe jetzt schon ein paar Mal mehr über die Plattform gebucht. Allerdings glaube ich auch, dass das daran liegen könnte, dass sich AirBnB zunehmend professionalisiert. Viele Gastgeber sehen die Gäste zwar immer noch unter dem Aspekt des Austauschs und des Kontakts mit Leuten aus aller Welt, aber ich habe allgemein das Gefühl, dass es jetzt (vielleicht viel mehr als vor 5 Jahren?) auch darum geht, Geld einzunehmen und dementsprechend professionell aufzutreten. Oder ich hatte bisher einfach nur Glück. 😉

      Herzlich,
      Anna

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