Katharinenpalast St. Petersburg

Unterwegs in St. Petersburg

Heute lest ihr einen Gastbeitrag von Steffi von dem Blog www.sy-yemanja.de über das schön St. Petersburg. Russland ist für mich persönlich noch ein weißer Fleck auf der Karte, deshalb war ich umso gespannter, Steffis Tipps für einen Besuch in Pieter zu lesen. An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön für den tollen Beitrag! Wer von euch war schon einmal in Russland und was könnt ihr empfehlen?


Wann du nach St. Petersburg fahren solltest und wann sicher nicht

St. Petersburg, die Stadt an der Newa, das Venedig des Nordens, ist ein Traumziel für viele. Und ja, sie ist wunderschön, kann aber auch zum Alptraum werden…
Fünf Jahre, von 2004 bis 2009, habe ich dort gelebt, bin mit meinem kleinen Hund herumspaziert, habe viel erlebt und viel gesehen. Seitdem hat sich sicher das eine oder andere geändert – nicht aber die Jahreszeiten.
Wann also sollst du nach „Pieter“ fahren und wann sicher nicht?

Weiße Tage im Februar

Sicher, vieles spricht dafür, im Sommer nach St. Petersburg zu reisen, doch Mitte Februar sind die Stadt und die Parks und Paläste rundherum am zauberhaftesten.
Im Februar ist das Wetter meist eisig kalt, aber sonnig. Der Himmel über den bunten oder goldenen Kuppeln der Kirchen und Paläste ist von einem unglaublichen Blau! Die Luftfeuchtigkeit friert und „regnet“ als feiner, glitzernder Feenstaub auf dich herab – ah, was habe ich diese Tage geliebt!
Außerhalb der Stadt, in Peterhof, Pawlowsk, Pushikin oder Schlüsselburg ist Russland ein schieres Wintermärchen! Ein weiterer Vorteil ist, dass du nicht von Touristenmassen durch das Bernsteinzimmer geschoben wirst, sondern sogar darin verweilen kannst. Schön ist es auch, entlang der Newa spazieren zu gehen. Vielleicht hast du auch Glück und es kommt eine Warmfront nach zwei, drei Wochen Eiseskälte: Dann überzieht sich die Isaaks-Kathedrale mit Rauhreif und wird zum Eispalast.
Wo Licht, da Schatten: Du kannst Pech mit dem Wetter haben, obwohl ich mich an keinen schlechten Februar erinnern kann. Und der Schnee in der Stadt ist nun wirklich nicht geeignet, romantisch zu werden!

Mein Febuartipp: Der Katharinenpalast in Pawlowsk und der Park dahinter.

Newa St. Petersburg in winter

Weiße Nächte zur Sommersonnenwende

Die weißen Nächte in St. Petersburg stehen nicht ohne Grund auf der Löffelliste vieler Menschen.
Dabei sind es die Tage, die die Stadt so sehr wandeln! Mit der wärmeren Sonne bekommt die Stadt ein mediterranes Flair: Straßencafés laden zum Verweilen ein, Menschen strömen in die Parks, Frauen mit sehr breiten Gürteln und fantasievollem Beinschmuck erfreuen die Herzen (oder etwas tieferliegenderes) der Herren, an der Newa spazieren die Familien, auf dem Newski-Prospekt spielen die Machos mit den Muskeln ihrer fahrbaren Untersätze, überall wird geheiratet, gefeiert und Feuerwerk in den hellen Himmel geschossen. Es herrscht eine unglaubliche Atmosphäre!
Der Höhepunkt des Jahres ist um den 21. Juni die Schulabschlussfeier Alje Parussa, ein beiendruckendes Spektakel auf der Newa, mit Feuerwerk, Lichtshow, Lifemusik aus dem Mariinsky Theater, Schiffen. Ganz Russland sitzt an dem Abend vor dem Fernseher! Es sei denn, man ist life dabei!
Auch die Öffnung der Brücken über die Newa sind ein Schauspiel – nicht so sehr wegen der Öffnung oder den großen Schiffen, die dann vom Ladoga-See zur Ostsee fahren, sondern wegen der Feststimmung, die an den Brücken, vor allem der Palastbrücke, herrscht – und das weit nach Mitternacht. Das zu erleben ist schon toll.
Von den weißen Nächten selbst bekommst du übrigens nicht viel mit, wenn dein Zimmer nicht nach Norden zeigt – die anderen Himmelsrichtungen sind genauso schwarz wie bei uns daheim auch! Nur im Norden lässt sich der Weg der Sonne immer erahnen. Der Nachteil der Weißen Nächte sind teure Hotelzimmer und ein Durch-die-Museen-Geschiebe.

Mein Tipp: Der Jussupovpalast und ein Abendbier in einer der Sommerbars an der Newa unterhalb der Admiralität.

Alje Parussa St. Petersburg

Bunte Tage im September und Oktober

Diese Sonnenaufgänge! Diese Sonnenuntergänge! Das Licht! Fotografierst du gerne? Du wirst den September in Pieter lieben! Der Herbst-baue Himmel über buntem Laub ist einfach großartig!

Mein Herbst-Tipp: Die Nikolai-Kirche, Smolny, Peterhof und der Katharinenpalast, Fotos vom Dach der Isaaks-Kathedrale.

Newa Herbst St. Petersburg

Leuchtende Abende im Dezember

Du kennst sämtliche Weihnachtsmärkte in Europa? Du liebst weihnachtliche Lichter in der Stadt? Dann musst du im Dezember nach Petersburg! Nicht gleich in der ersten Woche, aber so ab dem 10. Dezember bis etwas nach Neujahr leuchten tausende Lichter in der Stadt. Da klotzen die Russen! Es ist ja auch lange genug dunkel, genauer: Es wird gar nicht richtig hell. Die Sonne geht ab 10 Uhr auf, zwischen eins und zwei ist es am hellsten, um vier setzt die Dämmerung ein, der bedeckte Himmel tut sein Übriges. Du musst Weihnachtsbeleuchtung also richtig mögen, um im Dezember nach St. Petersburg zu kommen. Außerdem – die Museen und Paläste sind leer, du hast all die Pracht fast für dich alleine!

Mein Dezember-Tipp: Spaziergang von der Isaaks-Kathedrale zur Hermitage, zur Kazaan-Kirche und zum Abendessen in die Kavkas-Bar – die leckersten Lamb-Chops ever! Probiert auch die Chatchapuris (Karavanaya 18)! Letzteres natürlich bei jedem Besuch, egal wann.

St. Petersburg in December

Niemals, niemals im schmutzigen April!

Ende März beginnt sie, die Schneeschmelze. Dann gelangt alles an die Oberfläche, das der Schnee auf den Grünflächen immer wieder verborgen hat: Glasscherben, Müll und – Hundescheiße. Jede Menge davon. Außerdem verwandeln sich manche Rasenflächen in riesige Seen, weil die Abflüsse verstopft oder überlastet sind. Auf den Eischollen in den Kanälen treibt der Müll Richtung See, er ist zugegebenermaßen immer ein Problem. Auch die große Säuberung setzt ein: Brückengeländer werden gestrichen, die Stadt bereitet sich auf die Touristenwelle vor. Im April ist die Stadt einfach nur trostlos! Da willst du nicht mal zu den Palästen vor den Toren der Stadt!

Mein April-Tipp: Dein Sofa, ein Reiseführer und das Buch „Die Kinder von St. Petersburg“ von Maria Blumencron.

April in St. Petersburg

Allgemeine Tipps

Um nach Russland bzw. St. Petersburg zu fahren, brauchst du ein Visum. Am einfachsten ist es, wenn du damit einen Visa-Dienst beauftragst. Das kostet etwas mehr Geld, aber wenn du es auf eigene Faust beantragen willst, brauchst du eine Einladung, die Geld kostet, und musst zweimal zum Konsulat nach Bonn, einmal um es zu beantragen, einmal, um es abzuholen.
Ein Problem in St. Petersburg ist auch die Mobilität: Die Schlösser und Parks in den Vororten sind öffentlich nicht erreichbar, der Verkehr ist ein Horror, die Metrostationen liegen weit auseinander. Autofahren ist in St. Petersburg auch nicht ganz ohne, schon alleine wegen dem Stau! Im Sommer ist es fast unmöglich ohne Tour in den Katharinenpalast zu gelangen – es ist einfach zu voll.

Deshalb rate ich für St. Petersburg zu einer organisierten Tour. Versuche trotzdem zusätzlich die Stadt und ihre Umgebung ein paar Tage auf eigene Faust zu erkunden, es lohnt sich!

Schlisselburg vor den Toren von St. Petersburg an einem kalten Februartag

Und jetzt: „Davai!“ Auf nach Pieter!

Steffi lebte mit ihrem Mann fünf Jahre in St. Petersburg. Zurzeit segeln die beiden, so lange sie Lust haben. Nach über einem Jahr in Brasilien, segeln sie jetzt in der Karibik. Auf www.sy-yemanja.de erfährst du mehr über Reise.

  1. Danke liebe Ann Katrin für die Gelegenheit für den Beitrag. Es hat viele schöne Erinnerungen ausgelöst, diesen zu schreiben.
    Viele liebe Grüße aus der Karibik
    Steffi

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