Reisebegegnungen Death Valley

Reisebegegnungen: Warum ich ein Magnet für komische Situationen bin

Reisen, das ist ja in den meisten Fällen ein Synonym für spannende neue Begegnungen, für Abenteuer und Bekanntschaften. Reisen bedeutet für mich aber auch, dass ich nicht nur neue Leute treffe, sondern das meistens im Rahmen einer komischen Situation passiert. Was ich mit komischer Situation meine? Das erzähle ich euch jetzt anhand von drei Reisebegegnungen.

Streckenbrand in Rom

Aventine Rome view

Meine Städtereise nach Rom im letzten Jahr war schon durch das Erdbeben, von dem ich euch hier erzählt habe, ereignisreicher als andere Reisen. Auf der Rückreise zum Flughafen stand ich dann allerdings noch vor einem ganz anderen Problem: Die Züge fuhren nicht. Gar nicht.
Informationen waren schwer zu bekommen, ich wurde von A nach B und wieder zurück nach A geschickt. Angeblich sollten Busse organisiert werden und augenscheinlich war ich auch nicht die Einzige mit dem Problem. Denn nach gefühlten Stunden des Suchens sah ich eine ziemlich große Menschentraube mit Koffern am Busbahnhof hinter der Termini Station stehen. In der prallen Sonne. Mitten im Hochsommer.

Ein Taxi zum Flughafen

Irgendwann drang schließlich auch zu mir durch, dass es auf der Bahnstrecke zum Flughafen einen Brand gegeben haben musste und deshalb nichts vor und zurück ging. Ich hatte zwar genug Zeit eingeplant, aber inzwischen war weit mehr als eine Stunde vergangen und mit Blick auf meinen Flug wurde es langsam dringlich. Ich stand also vor der Entscheidung, ob ich auf die angekündigten Busse wartete, oder einen anderen Weg suchte, um zum Flughafen zu kommen. Entschieden habe ich mich für Letzteres, denn in diesem Moment hörte ich hinter mir ein älteres Pärchen, das darüber nachdachte, ein Taxi zu nehmen. Ich sprach sie an, wir tauschten unsere Zugtickets um und teilten uns ein Taxi zum Flughafen. Es stellte sich heraus, dass wir nicht nur alle aus Deutschland kamen, sondern das Pärchen keine zehn Minuten von dem Ort entfernt wohnte, an dem ich aufgewachsen bin. Wir bekamen unseren Flug und ich denke noch heute darüber nach, was für ein Glück im Unglück ich hatte.

Gecancelter Flug in Los Angeles

Los Angeles

Wer glaubt, dass das schon meine seltsamste Begegnung war, der irrt. Meine vorletzte Reise ging nach Hawaii. Auf dem Hinflug bin ich allerdings in Los Angeles aufgehalten worden, denn mein Flug wurde gestrichen. Kann passieren, keine Frage. Welche Odyssee dann kam, könnt ihr hier lesen. Ich erspare mir an dieser Stelle mal alle Einzelheiten. Worauf ich hinaus möchte ist nämlich etwas anderes. Nachdem ich stundenlang (keine Übertreibung) am Gate saß und die Airline sich durch wenig empathisches Verhalten auszeichnete, wurde uns irgendwann ein Hotel Voucher angedreht. Zu diesem Hotel, der Queen Mary, waren es vom LAX allerdings ein paar Kilometer. Nach weiteren eineinhalb Stunden kam schließlich unser Super Shuttle und was dann folgte, war das reinste Chaos. Der gute Fahrer hatte nämlich viele Qualitäten, Orientierung gehörte aber offenkundig nicht dazu. Deshalb brausten wir kreuz und quer durch Los Angeles – auf der Suche nach der Queen Mary. Ich bin zwischenzeitlich immer mal wieder weggenickt und habe nicht alles mitbekommen. Tatsache ist aber, dass es einem meiner Mitreisenden irgendwann zu bunt wurde, er sein Smartphone ausgepackt hat und den Fahrer mit Hilfe von Google Maps zum Ziel geführt hat. Danke an dieser Stelle! Ich war schon viel zu lethargisch, um noch irgendetwas sinnvolles zustande zu bringen.

30 Kilometer Stau auf der A7

Haunted_London

Meine letzte Geschichte ist ziemlich frisch, um genau zu sein ist sie erst vier Wochen alt. Es sollte nach London gehen, was in letzter Instanz auch geklappt hat. Der Weg dorthin war allerdings ziemlich steinig. Angefangen hat alles mit dem Weg zum Flughafen. Von meiner Wahlheimat Kiel gibt es genau zwei sinnvolle Möglichkeiten, um zum Hamburger Airport zu kommen: Die Bahn oder den Kielius. Letzteres ist eine Buslinie, die nur zwischen Hamburg und Kiel operiert, ein Flughafen-Bus sozusagen. Meistens billiger als die Bahn und entspannter sowieso, da man nicht umsteigen muss und direkt vor den Terminals rausgeworfen wird. Meine Wahl fiel also auf den Bus, genug Zeit war eingeplant und trotzdem kam es, wie es kommen musste: Der Bus tauchte nicht auf. Es verging mehr als eine Dreiviertelstunde, bis ein Ersatzwagen vorfuhr. Kollektive Erleichterung breitete sich unter den Wartenden aus – bis, ja, bis der Fahrer verkündete, dass er nur die Hälfte der Strecke fahren durfte. Bis nach Hamburg würde er heute nicht mehr kommen, Schuld sei ein Mega-Stau von über 30 Kilometern auf der A7.

In den letzten Zug nach Hamburg

Im Geiste sah ich mich bereits den Flug verpassen, doch dann schaltete ich innerhalb von Sekunden. Ich weiß bis heute nicht, wie ich so schnell reagieren konnte, aber links von mir sprintete auf einmal eine Gruppe von vier Mädels Richtung Hauptbahnhof. Ohne Nachzudenken rannte ich im Schweinsgalopp hinterher, der Koffer flog mehr, als dass ich ihn zog. In letzter Sekunde schafften wir es in den letztmöglichen Zug Richtung Hamburg und lösten unser Ticket nach.
Alles gut, dachte ich. Aber weit gefehlt.

Nachtflugverbot

Die Fahrt zum Flughafen klappte zwar ohne Probleme, dort angekommen stellten wir aber fest, dass unser Flug über zwei Stunden verspätet war. An einem normalen Tag zwar ärgerlich, aber kein Problem, an diesem Tag der Super Gau. Das lag daran, dass die ursprüngliche Abflugzeit 21:50 Uhr sein sollte. Mit den zwei Stunden Verspätung wurde also an der null Uhr Marke gekratzt. Warum das so schlimm war? Nun ja: Der Hamburger Flughafen hat, wie viele deutsche Flughäfen, ein Nachtflugverbot. Es stellte sich also die Frage, ob wir überhaupt noch wegkommen würden oder in Hamburg gestrandet waren. Um es vorweg zu nehmen: Es hat geklappt, wir sind nach London geflogen. Trotzdem war das ein Start in letzter Minute, abgehoben haben wir nämlich um 23:59 Uhr.

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Welche Reisebegegnungen hattet ihr? Tendieren eure Begegnungen auch dazu, immer nur im Extremfall zu passieren? Und was war eine eurer interessantesten Reisebegegnungen?

reisepannen

  1. Witziger Post! Welches meine interessanteste Reisebegegnung war, kann ich gar nicht sagen. Aber ich kann von einem Taxifahrer in Quito erzählen, der schon sehr alt war und ein bisschen Ähnlichkeit mit einer Schildkröte hatte. Er sollte uns nur vom Flughafen in die Stadt bringen und ist haarsträubend gefahren. Außer einmal, da ist er an einer Ampel einfach eingeschlafen.

    Viele Grüße,

    Tim (von Ich konnte den Hund noch nie leiden)

    • Taxifahrer – da kann ich auch ein Lied von singen und das obwohl ich eigentlich nie Taxi fahre. Aber wenn, dann scheine ich immer die Unikate zu erwischen. 😉

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