Kooperationsanfragen Blogger

Blogger Kooperations Anfragen

1x ohne Kennzeichnung, bitte

Vorweg sei bei diesem sensiblen Thema gesagt: Es gibt wirklich viele tolle Unternehmen, die sich an die Spielregeln halten, die den Wert von gekennzeichneter Werbung kennen und die ich aus diesem Artikel mit Ansage ausklammern möchte. Mit einigen dieser Unternehmen durfte ich bereits zusammenarbeiten und ich sage hiermit: Danke! Danke, dass ihr mit gutem Beispiel voran geht. Hier soll es aber heute nicht um diese positiven Fälle gehen, sondern um die Schattenseiten der Kooperationsanfragen. Nun denn.


Kooperationsanfragen jenseits von Gut und Böse

Warum heute kein Reise Artikel kommt? Theoretisch hätte ich gleich zwei in der Pipeline, aber mir brannte da etwas unter den Nägeln. Etwas, das mich wirklich geärgert hat und über das ich heute schreiben möchte. Ich meine, wozu habe ich schließlich einen Blog, um nicht meine wohlbegründete aber zutiefst subjektive Meinung äußern zu können?

Kooperationsanfragen: Klappe die erste

So. Und genau das möchte ich heute tun. Wer sich nicht für Blogger Interna interessiert, der klicke jetzt weg, wer aber auch als Leser interessiert daran ist, transparenten Content präsentiert zu bekommen, der lese bitte weiter. Es geht nämlich um Kooperationsanfragen und darum, wie Unternehmen und Agenturen auf Blogger zugehen.
Mein Blog hat nicht die größte Reichweite unter dieser Sonne – das ist mir völlig klar und den Unternehmen auch. Dennoch lässt sich auch mit meinen Leserzahlen und Social Media Followern sicher der ein oder andere Pfennig umdrehen. Darum geht es mir aber nicht, sondern darum, meinen Lesern, euch, etwas zu bieten. Etwas, von dem sie einen Mehrwert haben. Wenn das in Kooperation mit einem Unternehmen geschieht, dann ist das gut. Wenn dem nicht so ist, dann ist das auch gut. Denn ich blogge, weil ich persönlich gerne schreibe, fotografiere und Web affin bin. Das nur mal vorneweg.

Transparenz, Transparenz, Transparenz

Transparenz ist das Stichwort. Schon vor meiner ersten Kooperation habe ich mich mit dem Thema beschäftigt und bin recht schnell auf das Thema Kennzeichnung von werblichen Inhalten gestoßen. Zwar scheiden sich die Geister, ob bezahlte Artikel auf Blogs mit dem Hinweis „Sponsored Post“, „Werbung“ oder „Anzeige“ versehen werden müssen (rechtlich einwandfrei ist nebenbei bemerkt „Anzeige“), einig sind sich aber eigentlich alle Blogger, dass gekennzeichnet werden muss. Denn wer werblichen Inhalt nicht kennzeichnet, betreibt Schleichwerbung und macht sich damit strafbar.

Das scheinen viele Unternehmen und Agenturen, die in meinem Mail Postfach auflaufen, aber gerne zu vergessen. Genauso wie die Tatsache, dass sie mich als Blogger im Idealfall deshalb engagieren, weil ich guten Content liefere. Content, der dem Leser einen Mehrwert bietet und hinter dem ich als Bloggerin stehe, den ich verantworte. Nur, weil ich keine 100.000 Pageviews pro Monat habe, heißt das nicht, dass ich jeden Auftrag annehme und dumm genug dazu bin, eine Abmahnung zu riskieren oder eine Sperre von Google (Stichwort: Bezahlte Do-Follow-Links).

In genau diese Kerbe schlagen aber 96% der Anfragen, die sich ohne weiteren Eigenanteil an Recherche oder Kontakten in meinem Postfach tummeln und ich frage mich: Woran liegt das?

Der Welleneffekt

Nachdem sich erst vor kurzem ein besonders ärgerlicher Fall ereignet hat, habe ich mich nicht nur dazu entschlossen, diesen Artikel zu schreiben, sondern auch, mich mal auf anderen Blogs zu dem Thema umzusehen. Die Artikel, die ich dazu gefunden habe, stammen überwiegend von Blogs, die in etwa meiner Reichweite entsprechen – klein genug, um nicht zu den oberen 10.000 zu gehören, aber groß genug, um in irgendein Raster zu fallen. Alle beschweren sich über die gleichen sinnentleerten Anfragen, deren Verfasser teilweise nicht einmal den Blog selber angeschaut zu haben scheinen, sondern eine Sammel-E-Mail verfassen und bei dieser nur den Namen austauschen. Auch sprechen viele dieser Artikel von „Wellen“, also Zeiten, in denen besonders viele dieser Anfragen in den jeweiligen Postfächern eintrudeln.

Mit einem skeptischen Blick auf mein eigenes Postfach muss ich sagen: Stimmt. Gerade in letzter Zeit habe ich unfassbar viele Anfragen bekommen, die entweder von vorneherein auf Do-Follow-Links (wem das nichts sagt, der schaue einmal hier) und eine Umgehung der Kennzeichnungspflicht aus waren, oder bei denen sich dies erst nach mehrmaligem Mail Kontakt, im schlimmsten Fall sogar erst nach Verfassen des Artikels selber herausgestellt hat.

Kommen wir zu den Jedi Vergleichen

Es scheint also irgendwann der Tag im Leben eines Bloggers zu kommen, in dem man sich mit dieser Art von „Anfragen“ (eigentlich würde ich sie nicht einmal so nennen) auseinandersetzen und sich entscheiden muss, ob man auf die dunkle Seite überläuft, oder nicht.

Ich habe mich für die Seite der Jedis entschieden und werde auch in Zukunft tapfer weiter mein Lichtschwert schwingen und bei Kooperationen auf Kennzeichnung und No-Follow-Links bestehen. Das sollte ohnehin eine Selbstverständlichkeit sein. Und selbst wenn einige Unternehmen deshalb kein Interesse an meinem Blog haben, was solls? Denn mal ehrlich? Wer will sein Geld schon damit verdienen, seine Leser zu verarschen? Ich jedenfalls nicht. Over and out.

Und jetzt mal Butter bei die Fische, wie der Norddeutsche sagt: Was sagt ihr zu der Thematik? Seid ihr auch mit solchen Anfragen konfrontiert? Wie geht ihr damit um? Her mit dem Input!

  1. Hallo Anna,

    ja ja so ist das mit den Anfragen. Ich habe früher noch zurück geschrieben und ihnen meine Seite PR Media verlinkt, aber das ist doch Zeitverschwendung. Solche Anfragen, von denen du schreibst lösche ich einfach kommentarlos im Postfach. Denn sind wir mal ehrlich, wer so unprofessionell an Blogger, auch Neulinge, herangeht, der wird auch keine gute Kooperation auf die Beine stellen. Ärgere dich nicht drüber, dafür ist die Welt zu schön….

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende 🙂
    Viele Grüße
    Jens

    • Hallo Jens,

      danke für deine Worte. 🙂 Wenn ich sofort erkenne, dass es sich um sowas handelt, wandert es auch sofort in den Papierkorb. Das Problem sind die Anfragen, die sich als seriös tarnen. Da ärgere ich mich dann schon über die verschwendete Zeit.

      Lieben Gruß,
      Anna

  2. schöner Vergleich mit den Jedi 🙂
    diese Arte der Anfragen kenne ich leider auch nur zu gut, kürzlich wollte jemand dann auch noch ernsthaft diskutieren, von wegen Google wüsste ja eh nicht, ob ich für den Link etwas bekommen hätte, es hätte ja auch sein können, dass ich die Seite von mir aus empfehle
    sowas ist einfach nur lächerlich und es ist echt schade, dass sich immer noch Blogger darauf einlassen, aber zum Glück kapieren auch immer mehr PR Agenturen, dass richtige Kennzeichnung unverzichtbar ist
    liebe Grüße

    • Hallo Melli,

      ja, das sehe ich auch so. Auf diese Diskussionen lasse ich mich einfach nie ein. Aber Zeit investiert hat man dann am Ende doch. Danke für deinen Kommentar! 🙂

  3. Liebe Anna,

    mich ärgern solche Anfragen auch ungemein. Ich denke, dass auch oftmals auf die Unwissenheit der Blogger gehofft wird. Ganz offen wird in vielen Anfragen keine Kennzeichnung als Werbung gefordert, was in meinen Augen ein Betrug an den Lesern darstellt. Ziemlich schade, wenn ein Blog (in dem ja meistens viel Zeit und Herzblut steckt) als billige Linkschleuder missbraucht werden soll.

    Möge die Macht mit dir sein
    Marie

    • Hallo Marie,

      ganz genau diese offene Forderung nach ungekennzeichneter Werbung ärgert mich auch am meisten. Besonders, wenn der Gesprächspartner damit erst nach der 3. Mail rausrückt und man schon Zeit investiert hat.

      Viele Grüße,
      Anna

      • Liebe Anna,

        das ist natürlich mehr als ärgerlich! Ich habe mir jetzt angewöhnt direkt in meiner ersten Mail nochmal darauf hinzuweisen, unter welchen Bedingungen ich das machen würde. Viele melden sich dann einfach nicht mehr 😀

        Liebe Grüße
        Marie

  4. Hallo Anna,
    ich sehe das ganz ähnlich, da sitzen wohl viele Blogger im selben Boot. Leider gibt es zu viele „schwarze Schafe“, die Beiträge nicht kennzeichnen bzw. auf dubiose Forderungen von Unternehmen und Agenturen eingehen, aber ich will auch lieber zu den Jedis gehören. 🙂
    Ärgerlich finde ich in dem Zusammenhang auch, dass die Anfragenden offenbar immer wieder genug „Dumme“ finden, die auf faule Kompromisse eingehen und z.B. für viel zu wenig Geld einen gesponserten Beitrag veröffentlichen. Das macht dann den Markt für alle Blogger etwas kaputt. Deshalb sind solche Beiträge wie deiner hier wichtig!

  5. Servus Anna!

    Du sprichst mir aus der Seele – diesen Artikel hätte auch ich schreiben können. Danke dafür!

    Ich hoffe, dein Artikel hilft auch dabei, Leute aufzuklären. Leider dürfte es nämlich so sein (ohne jetzt jemand zu nahe treten zu wollen), dass viele Girlies sich freuen, irgendein Kleidungsstück geschenkt zu bekommen, wenn sie es dafür in höchsten Tönen loben. DoFollow und NoFollow ist für diese Leute wohl leider ein Fremdwort.

    Sponsered Post: mittlweile scheint es sehr klar zu sein, dass das nicht ausreicht. Es gab schon einige Berichte zu Abmahnungen deswegen.

    Have fun
    Horst

    P.S: werde deinen Artikel in den sozialen Medien verbreiten. Das Thema ist mir sehr wichtig – es geht auch um unseren guten Ruf!

    • Hallo Horst,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, wobei Do/no follow ja kein gesetzliches Muss ist, so wie ich das verstanden habe. Wünschenswert ist es natürlich trotzdem, denn im Endeffekt verscherzt man es sich dann mit Google und ich weiß nicht, ob das eine so gute Alternative ist.

      Viele Grüße,
      Anna

  6. Nicht ärgern, solche Anfragen einfach löschen und gut ist es. 😉

    Ich möchte mir nur gute und langfristige Kooperationspartner aufbauen. Das wird zwar bestimmt auch kein einfacher Weg aber wenn es einfach wäre, würden es ja wieder alle machen und dann hätte das ja auch wieder keinen Mehrwert.

    • Bei 3/4 der Anfragen ärgere ich mich schon gar nicht mehr. Erst recht nicht, wenn ich sehe, dass es eine Massen-Mail ist. Aber wenn eine persönliche Ansprache stattfand und sich der Anfragende offensichtlich auch mit meinem Blog beschäftigt hat und dann TROTZDEM so eine Bitte kommt, reagiere ich doch etwas angefressen. 🙂

  7. Ich bekomme auch verstärkt seltsame Kooperationsanfragen, ob das daran liegt, dass ich nun mehr Zeit fürs Bloggen habe und meine Reichweite ausgebaut habe oder es Zufall ist, kann ich nicht sagen. Jedenfalls hört der E-Mail Kontakt schlagartig auf, wenn ich meine Konditionen u.a. „no-follow Verlinkung gem. Google Richtlinien“ erwähne. Am meisten ärgert mich aber, wenn Unternehmen wir vorgefertigte Texte anbieten, die ich übernehmen soll. Wenn ich dann andere Vorschläge mache, z.B. ein Content, der sich organisch ins Bloggeschehen einfügt, ist das nicht erwünscht. Aber ich habe schon viele richtig tolle Kooperationen gehabt, auch schon mehrfach mit der gleichen Agentur bzw. dem gleichen Unternehmen zusammengearbeitet.
    LG Myriam

    • Stimmt, die Anfragen über Fremd-Content habe ich gar nicht erwähnt. Die lehne ich aber ohnehin sofort ab, weil das bei mir auf dem Blog nicht stattfindet.

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