Gemüse

Reisen und Kochen: In 5 Kochtöpfen um die Welt

Ein kulinarischer Erfahrungsbericht

Reisen und Genuss. Zwei Begriffe, die für mich unweigerlich zusammengehören. Als leidenschaftliche Köchin verschlägt es mich deshalb auch auf Reisen öfter hinter den Herd und an den Kochtopf. Ganz besonders haben es mir die Straßenküchen Südostasiens angetan. Für mich ist es ein wesentlicher Bestandteil meines Reiseerlebnisses auch die Küche und somit die Traditionen des Landes kennen zu lernen. Ganz abgesehen davon, dass ich Essen einfach liebe. Gerne teile ich einige kulinarische Erfahrungen und Rezepte mit euch. Vielleicht kann ich ja den einen oder anderen dazu inspirieren, etwas Neues auszuprobieren oder selbst auf kulinarische Entdeckungsreise zu gehen.

Österreich.

Gerade als Genussurlauberin vermisse ich Skifahren in Österreich. Ich bin ja nun schon etwas länger unterwegs und entsprechend fehlt mir der „Geschmack der Heimat“. Gerade wer viel in den Bergen Österreichs unterwegs ist, kommt unweigerlich mit meinem absoluten Hüttenlieblingsgericht in Berührung: Kaspressknödelsuppe. Rezepte für dieses vegetarische Gericht gibt es viele. Hier meine Variante, damit ihr euch etwas österreichisches Flair an den Esstisch zaubern könnt:

Zutaten für 4 Personen: 300 g Semmelwürfel (bzw. in Würfel geschnittenes Weiß- oder Toastbrot), 150 g würziger Käse (Bergkäse oder Graukäse, alternativ auch milder Emmentaler) gerieben, 1 Zwiebel, 100 ml Milch, 100 g Butter, 3 Eier, ½ Bund Petersilie, Öl zum Anbraten, Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Zwiebel in Butter anschwitzen und auskühlen lassen. Anschließend mit Weißbrotwürfeln und geriebenem Käse vermengen und mit Milch, Eiern, Petersilie und Gewürzen zu einem festen Teig verarbeiten. Knödel formen und diese flachdrücken. In wenig Öl langsam von beiden Seiten goldgelb anbraten. In heißer Rindssuppe mit frischer Petersilie oder alternativ mit Salaten servieren.

China.

Von der chinesischen Küche war ich ehrlich gesagt am meisten überrascht. Das was wir zu Hause im Chinarestaurant serviert bekommen, ist an den europäischen Gaumen angepasst und reicht bei weitem nicht an die Geschmacksvielfalt in China heran. In meinem Kochkurs in Yangshuo habe ich zudem gelernt, dass ein Wok das Küchenutensil schlechthin ist und es fast einer Wissenschaft gleich kommt, wie man diesen für chinesische Verhältnisse richtig einsetzt. Essen hat in China generell einen sehr hohen Stellenwert, weshalb auch die Begrüßungsfloskel übersetzt so viel wie „Haben Sie schon gegessen?“ bedeutet. Auch werden Nahrungsmittel als Heilmittel angesehen. Zudem hat jede Provinz ihre eigene kulinarische Handschrift, was die Essenskultur in China sehr facettenreich macht. So wird beispielsweise in der Region Sichuan traditionell scharf gekocht während süßlichere Speisen in Zhejiang auf den Tisch kommen. Außerdem sind wir mittlerweile überzeugt, dass nicht die Italiener, sondern die Chinesen die Nudeln erfunden haben. Mit Stäbchen solltest du zudem unbedingt routiniert umgehen können, da auch die beliebten Nudelsuppen mit Essstäbchen gegessen werden. Um nicht gleich das Gesprächsthema des Nachbartisches zu werden, empfehle ich dir dringend, dich mit der chinesischen Esskultur auseinander zu setzen. Wir waren von der chinesischen Küche zumindest mehr als angetan und haben von interessierten Chinesen oft sogar Beifall für unsere guten Stäbchen-Esskünste bekommen.

Indonesien.

In Indonesien mussten wir uns wieder von unseren liebgewonnenen Essstäbchen trennen. Hier isst man mit einer Kombination aus Löffel und Gabel die überwiegend aus Reis oder Nudeln bestehenden Hauptgerichte. Zudem wird nicht so scharf gegessen wie in Teilen Chinas, was mir persönlich sehr entgegen kommt. Es wird jedoch viel frisches Gemüse gegessen und zu sehr vielen Gerichten wird eine würzig-scharfe Erdnusssauce gereicht, wie beispielsweise zum schmackhaften Gado Gado, einem Salat aus leicht gekochtem Gemüse, hartgekochtem Ei und entweder Tofu oder der indonesischen Spezialität Tempeh, die aus fermentierten Sojabohnen hergestellt wird. Gerne teile ich mein indonesisches Rezept für die meiner Meinung nach beste Erdnusssauce „Bumbu Kacang“ mit euch.

Zutaten für 6-8 Personen: 150 g ungesalzene Erdnüsse, 100 g Palmzucker oder braunen Zucker, 3 rote Chilis (oder auch weniger), 2 Knoblauchzehen, 2 EL Sweet Soyasauce, etwas Öl.

Zubereitung: Die Erdnüsse in wenig Öl braun rösten. Mit feingeschnittenen Chilis und Knoblauch zusammen mit den Erdnüssen in einem Mixer fein pürieren oder mit dem Mörser zu einer feinen Paste verarbeiten. Die Paste mit 100 ml Wasser erwärmen und mit Salz und süßer Soyasauce abschmecken. Zu gerillten Hühnerspießen oder Gemüse servieren.

Vietnam.

Vietnam würde ich als regelrechtes Streetfood-Mekka bezeichnen. Was dabei auf den kleinen Plastiktischen serviert wird, ist im Norden und Süden Vietnams unterschiedlich. Zwar wird beispielsweise die Nationalsuppe „Pho“ überall serviert, jedoch hat jede Region und jeder Stand sein eigenes Rezept dafür. Wir haben uns durch die Vielzahl an Köstlichkeiten gekostet und haben doch nur einen kleinen Teil der Geschmacksvielfalt Vietnams erhaschen können. Landesweit soll es bis zu 500 traditionelle Gerichte geben. Hier ein Bildbericht unserer liebsten Gerichte in Vietnam:


Bun Thit Nuong – Reisnudeln mit gegrilltem Fleisch. In Reisblätter wird gegrilltes Schweinefleisch sowie Kräuter und Gemüse gewickelt und in Fischsauce getunkt.


Nem Nuong – frische Reispapierrollen, meist mit Gemüse, Glasnudeln, Kräutern und Shrimps gefüllt.

Kambodscha.

In Kambodscha hat es uns die traditionelle Khmer-Küche besonders angetan. Auch hier wird nicht so scharf gekocht, dafür wird jede Menge frische Gemüse verwendet. Als ein besonders Erlebnis empfinde ich immer einen Marktbesuch, am besten mit einem Einheimischen, der dir die interessanten und neuartigen Obst-und Gemüsesorten erklären kann. Zudem schmeckt das Obst hier meist viel besser als zu Hause. Solltest auch du dich schon einmal gefragt haben, was du mit diesen unreifen grünen Mangos machen sollst, die es bei uns zu kaufen gibt, dann habe ich hier das entsprechende Rezept für dich.

Zutaten für 2 Personen: 400 g unreife grüne Mango, 200 g getrocknete Schrimps (kannst du aber auch gerne weglassen), 30 g frische Kräuter (z.B. Thaibasilikum, Petersilie etc.), 40 g gehackte Erdnüsse (ungesalzen) und 1 Karotte.

Khmer-Dressing: 1 Knoblauchzehe, 1 Schalotte, 5 TL Fischsauce (alternativ Oystersauce oder Soyasauce), 10 g Zucker, 1 kleine rote Chili (je nach Geschmack), 5 TL Limettensaft, 3 TL Sweet Chilisauce.

Zubereitung: Karotte und Mango in feine lange Streifen raspeln oder hobeln. Getrocknete Schrimps im Mörser leicht andrücken. Die Zutaten für das Dressing fein hacken und im Mörser gut vermengen. Alles gut vermischen und den Salat mit gehackten Kräutern und Erdnüssen servieren.

All das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der vielfältigen Genusslandschaft die es weltweit zu entdecken gibt. Mein Appell an euch: Seid mutig und probiert Neues aus! Ihr werdet nicht enttäuscht werden.

Das war ein Gastbeitrag von Sandra, die auf ihrem Blog reiseerfahrungen-blog über die guten und schlechten Erfahrungen ihrer Weltreise schreibt. Ihre Reiseziele erkundet sie abseits von Touristenpfaden und lernt gerne die Menschen und Kulturen des Landes kennen. Sie kocht (und isst) leidenschaftlich gerne, genießt die Ruhe am Strand oder ist aktiv beim Wandern, Klettern oder Tauchen. Und natürlich schreibt sie gerne.

  1. Jetzt hab ich Hunger 😀 Ich liebe Kaspressknödelsuppe – die erinnert mich immer ans Skifahren. Von Erdnuss-Sauce hab ich allerdings schon nach meiner allerersten Indonesien-Reise genug gehabt und kann sie seitdem irgendwie nicht mehr essen – dafür liebe ich die Khmer-Küche umso mehr! Dort habe ich mich in „Amok“ verliebt – lecker!
    Liebe Grüße,
    Kathi

    • Ich liebe Erdnusssauce. Aber vielleicht sehe ich das anders, wenn ich eine Weile in Indonesien unterwegs war. 😀

    • Hallo Kathi,
      Oh ja! Besonders Fisch Amok hat es mir in Kambodscha auch besonders angetan. Und solltest du mal wieder den Geschmack eines Skitages zurück holen wollen, hast du ja jetzt ein Rezept dafür 😉
      LG, Sandra

  2. Leeeeecckkkeerrr… Essen und Reisen gehört einfach zusammen. So unterschiedlich und faszinierend die Länder, so abwechslungsreich das Essen.
    Am besten schmeckt es zwar immer im Land vor Ort…aber vielleicht probiere ich mich doch mal aus und koche was nach. 🙂

  3. Da hast du (leider) absolut recht, Janine. Trotzdem versuche ich mich immer wieder an neuen Gerichten. Für mich gibt es kein besseres Souvenir als ein Kochrezept aus dem Urlaubsland.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

elf − fünf =

Unterstütze mich mit einem Likeschliessen
oeffnen
%d Bloggern gefällt das: