Göteborg

Göteborg an einem Tag

Manchmal sticht mich einfach der Hafer. Dann muss ich raus, das Gedankenkarussell abstellen. Hauptsache weg, eigentlich egal wohin. Aus einer solchen Spontan-Aktion ist mein Göteborg Städtetrip entstanden, den ich dieses Wochenende unternommen habe. Manche Leute teleshoppen nachts um halb eins, ich buche Fährentickets für den nächsten Tag. Natürlich nicht immer, aber dieses Mal und es war die richtige Entscheidung – schließlich lebe ich schon über sechs Jahre in Kiel, bin aber noch nie mit einer der Skandinavien Fähren gefahren. Was du an einem Tag in Göteborg erleben kannst, liest du jetzt hier.

Göteborg_Port

Warum eigentlich Göteborg?

Die pragmatische Antwort auf diese Frage wäre: Weil die Stena Line hinfährt. Für mich war das natürlich schon ausschlaggebend, auf der anderen Seite war ich bereits in Stockholm und wollte nicht noch einmal an den gleichen Ort fahren. Abgesehen davon ist Göteborg auch so einen Abstecher wert. Die Stadt hat all das, was ich an Schweden mag: Sie ist entspannt, hat jede Menge kleine urige Cafés und lässt sich sehr gut zu Fuß erlaufen. Dadurch, dass sie nicht allzu groß ist, reicht ein Tag auch völlig aus, um genug zu sehen, sodass man das Gefühl hat, Göteborg kennengelernt zu haben.

Wie kommst du am einfachsten nach Göteborg?

Fliegen ist nie verkehrt und wenn du nicht aus dem schönen Norden Deutschlands kommst, so wie ich, dann ist das wahrscheinlich auch die einfachste Lösung. Ich habe mich aus ersichtlichen Gründen aber für die Stena Line als Carrier entschieden – zum einen, weil sie direkt vor meiner Haustür abfährt, zum anderen, weil ich gerne Schiff fahre. Außerdem haben Schiffe einen anderen unschlagbaren Vorteil: Auf dem Meer wird entweder kein oder nur sehr langsames Internet angeboten (die Stena Line hat zwar ein Wlan, aber das funktioniert mehr schlecht als recht). Mal ein paar Stunden einfach abgeschnitten zu sein, kam mir sehr entgegen.

Göteborg

Das Langsame war ein weiterer Grund, weshalb mich die Fähre gereizt hat. Natürlich kann man schnell in Schweden sein, wenn man will. Mir stand an diesem Wochenende aber nicht der Sinn nach stressigen Flughäfen und trockener Flugzeugluft. Stattdessen habe ich lieber abends die Stena Skandinavica geboardet, die Augen zugemacht und bin am nächsten Morgen in Göteborg aufgewacht. Wenn ich wählen müsste, dann würde ich mich also jederzeit wieder für die Fähre entscheiden. Auch wenn die mitreisenden Schweden einen Faible für Sackkarren voll mit Bierkisten und anderen Alkoholika hatten, die sie mit aufs Schiff geschleppt haben.

Göteborg an einem Tag: Was du sehen kannst

In Göteborg angekommen lässt sich die Stadt nun ziemlich einfach zu Fuß erkunden. Vom Tyskland Terminal aus ist es zwar ein kleines Stück bis in die Innenstadt, aber dort erst einmal angekommen, liegt eigentlich alles nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Die Fähre hatte ungefähr acht Stunden Aufenthalt, genutzt davon habe ich sechs.

Skansen Kronan

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Als erstes habe ich den Skansen Kronan besucht, eine ehemalige Festungsanlage auf dem Risåsberget. Inzwischen ist nur noch ein Wehrtrum von der Anlage übrig, der mit dem Namen auch gemeint ist. Er gehört zu den ältesten Militäranlagen der Stadt und bietet durch seine erhöhte Lage einen wunderschönen Blick über Göteborg. Aber Achtung: Der Weg nach oben ist ein halbes Workout, je nachdem, wie schnell man läuft, denn die Stufen haben es wirklich in sich.

Das Viertel Haga

Haga_Göteborg

Der Skansen Kronan liegt im Viertel Haga, welches ebenfalls auf jeder Göteborg Reise nicht fehlen sollte. Hier gibt es neben vielen Tüdelkram-Läden auch die schönsten Cafés. Mein persönlicher Geheimtipp für heiße Schokolade und Kanelbullar (schwede Zimtschnecken) ist das Café Caféva. Gut und überall empfohlen ist aber auch das Café Husaren.

Feskekôrka

Feskekorka_Göteborg

Geht man nun Richtung Norden, stößt man fast automatisch auf die Feskekôrka. Das ist der Indoor Fischmarkt von Göteborg, bei dem man alles mögliche bekommt, auch gute Fischbrötchen (blöd für mich als Vegetarier, aber für den ein oder anderen sicher interessant zu wissen). Tipp: Neben der Feskekôrka stehen übrigens direkt am Kanal XXL Liegen. Wenn es sonnig ist, kann man hier besonders gut entspannen. Trotz des frischen Windes habe ich bestimmt eine halbe Stunde auf einer der Liegen gesessen und mich gesonnt.

Der Park Trädgårdsföreningen mit seinem Palmenhaus

Göteborg

Von der Feskekôrka geht es schließlich durch den Kungsparken und den Bäkte-Spännar Parken zum Palmenhaus im Trädgårdsföreningen Park. Der Weg dorthin ist nicht nur ein schöner Spaziergang, sondern bietet an jeder Ecke wirklich tolle Fotomotive. Das Palmenhaus im Trädgårdsföreningen Park selber ist schon seit 1878 ein beliebtes Ausflugsziel und zählt meiner Meinung nach zu den schönsten Gewächshäusern.

Und wie viel hats gekostet?

Stena Line Ticket inkl. Frühstück für die Hinfahrt: 119,- Euro
Sonstige Kosten auf dem Schiff: Keine

Seid ihr schon einmal mit der Stena Line gefahren? Wie waren eure Erfahrungen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen. 🙂

  1. eine freundin von mir wohnt in göteborg und das wäre eigentlich grund genug, die stadt endlich einmal zu besuchen. von wien aus ist es leider etwas weiter, aber irgendwann werde ich das hoffentlich endlich schaffen!

    • Stimmt, von Wien aus ist es ein gutes Stück. Die Stena Line kann ich dir trotzdem empfehlen – allerdings nur, wenn du nicht seekrank wirst. 🙂

  2. Hallo Anna!
    Ich bin über eine Facebook Gruppe auf deinen Blog gekommen. Ich war vor 2 Jahren in Göteborg, an Halloween. Die Stadt hat so etwas Gemütliches mit den vielen Cafés und den herrlichen Süßspeisen. Göteborg ist wirklich toll und ein Geheimtipp unter Städtetrips in Europa!!! Danke für deinen schönen Artikel, der viele tolle Erinnerungen bei mir geweckt hat.
    LG aus Kärnten,
    Anita

  3. Schweden ist eines meiner Lieblingsländer, in Göteborg war ich aber noch nie. Danke für den tollen Artikel!

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