Miss Liberty New York

9 Geheimtipps für New York City

Welche Geheimnisse du vom Big Apple noch nicht kennst

New York ist eine der bekanntesten Städte der Welt, ein Zentrum für Mode, Tourismus und die Wirtschaft. Die Stadt ist faszinierend, schillernd, einzigartig. Bei meinem ersten Besuch ist der Funke leider trotz allem nicht übergesprungen, denn ich fand New York furchtbar laut und anstrengend und war am Ende meines viertägigen Besuchs froh, den engen Gassen und der schwülen Luft entkommen zu sein. Dieses Jahr war ich dann zum zweiten Mal im Big Apple und wollte der Stadt noch eine Chance geben – Gott sei Dank! Dieses Mal habe ich New York völlig anders erlebt, lag vielleicht auch an der Jahreszeit. Die Stadt ist zwar immer noch unglaublich laut und bisweilen ziemlich anstrengend, aber dadurch, dass ich einige der größten Sehenswürdigkeiten schon abgehakt hatte, musste ich mich nicht mehr mit 5000 anderen Touristen vor dem Eingang des World Trade Centers drängeln. Dieses Mal habe ich mir eine gesunde Mischung aus groß und bekannt und völlig abseitig, aber trotzdem interessant, auf den Plan geschrieben. Und das war gut so. Dadurch hat mir New York ein völlig anderes Gesicht gezeigt, das mir deutlich besser gefallen hat. Die neun Geheimtipps, die ich am schönsten fand, möchte ich nun in diesem Artikel mit euch teilen. Übrigens: Wer auf der Suche nach Food Tipps für New York ist, der schaue einmal hier vorbei.

Den Kindern gewidmet: Alice im Wunderland

Wer den Central Park sowieso schon im Rahmen seines Sightseeing Programms besucht, der kann auch zu der etwas abgelegenen Statue von Alice im Wunderland laufen. Im Südosten des Parks gelegen, wurde die Skulptur 1959 von José de Creeft konstruiert. Ziel der Errichtung war es Kinder die Wunder von Lewis Carrolls Klassiker hautnah erleben zu lassen, denn anders als bei vielen anderen Statuen sind Kinder hier nämlich explizit dazu eingeladen, auf ihr zu klettern und sie anzufassen. Damit gibt die Alice im Wunderland Statue den Kindern New Yorks etwas zurück und ist deshalb für mich ein absoluter Geheimtipp und Favorit für einen Spaziergang im Central Park.

Wo? Central Park, zwischen East 75th und 76th Street mit Blick auf das Conservatory Water.
Preis? Kostenlos.
Geheimtipp? … weil Kinder die Statue anfassen und auf ihr klettern dürfen.

Whispering Gallery im Grand Central Terminal

Schon mal einen Heiratsantrag in einem Bahnhof bekommen? Nein, weil zu unromantisch? Das könnte die Whispering Gallery im Grand Central Terminal ändern. Denn der 1913 eröffnete Bahnhof, der im Hinblick auf seine Gleisanzahl als größter der Welt gilt, ist nicht nur aus vielen Filmen bekannt, sondern in seinem Bauch versteckt sich auch die Whispering Gallery. Wer sich in ihrem Gewölbe an zwei sich gegenüberliegenden Ecken postiert und in normaler Zimmerlautstärke etwas sagt, der wird von seinem Gegenüber eine Antwort erhalten, denn durch die Bauweise kommt das Gesagte beim Gegenüber an. Ich hätte nicht gedacht, dass es tatsächlich funktioniert!

Wo? Grand Central Terminal, in der Nähe der Oyster Bar.
Preis? Kostenlos.
Geheimtipp? … weil selbst New Yorker nicht immer wissen, wovon die Rede ist.

Die Berliner Mauer mitten in New York

Über deutsche Geschichte stolpert man mehr oder wenige überall ein bisschen. Nicht gerechnet hätte ich allerdings damit, dass ich ausgerechnet in einem New Yorker Bürogebäude über ein Stückchen der Berliner Mauer stolpern würde. Dieser Teil der Mauer befindet sich nur einen Katzensprung entfernt vom berühmten Museum of Modern Art, auch MoMa genannt. Und während ich auf den Eintritt zum kostenlosen Freitag Abend Eintritt in eben jenem Museum wartete, habe ich noch schnell bei dem Bürokomplex vorbeigeschaut und mich davon überzeugt, dass die Mauer tatsächlich dort steht. Für Geschichtsinteressierte ist dieser Geheimtipp also auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Wo? 520 Madison Ave, einmal um den Block vom MoMa aus. Einfach in das Bürogebäude reingehen.
Preis? Kostenlos.
Geheimtipp? … weil niemand damit rechnet mitten in einem Bürokomplex über die Berliner Mauer zu stolpern.

Ein Hauch vom alten New York im Untergrund

Einen Hauch vom alten New York der 1920er Jahre kann man aufschnappen, wenn man der City Hall Station einen Besuch abstattet. Seit neunundsechzig Jahren geschlossen liegt sie wie eine Zeitkapsel unter der Stadt und ist gleichzeitig ein bauliches Juwel: Die Decken und Wände sind mit Glas und Mosaikfliesen ausgestattet, was ihr den wunderbaren alten Charme verleiht. Regulär ist der Besuch der Station zwar nur Mitgliedern des New York Transit Museums gestattet, inoffiziell gibt es aber auch für den normalen New York Besucher eine Möglichkeit, die wunderschöne Station zu sehen: Wenn man den Zug mit der Nummer 6 Richtung Brooklyn Bridge/City Hall Station nimmt und dann an der letzten Station sitzen bleibt, anstatt auszusteigen, fährt der Zug einen U-Turn, bevor er wieder offiziell eingesetzt wird. Während dessen kann man dann aus dem Zugfenster einen Blick auf die Station werfen. Die Tour des New York Transit Museums ist natürlich für mehr als nur ein Vorbeifahren gedacht und deshalb gerade für Fotografen wahrscheinlich besser geeignet. Dennoch: Wer nur einen kurzen Blick auf die Vergangenheit erhaschen will, der kann diesen Tipp ja mal ausprobieren.

Wo? Metro Nr. 6 bis zur Endstation nehmen und dann sitzen bleiben.
Preis? Entweder man kauft eine Metrofahrt für ~2,50 USD oder man besitzt eine Metrokarte.
Geheimtipp? … weil nichts geheimnisvoller ist als eine alte U-Bahn Station.

Economy Candy in der Nähe von China Town

Von der Vergangenheit komme ich jetzt in einer 180 Grad Drehung zum meiner Meinung nach tollsten Süßigkeiten Laden New Yorks. Kennt noch jemand diese Tante Emma Läden, in denen man sich Süßkram aus Boxen nehmen, abwiegen und dann an der Kasse abrechnen lassen konnte? Ich dachte, das würde unwiderruflich in meine Kindheit gehören, aber nein. Denn Economy Candy in der Nähe von China Town hat im Prinzip alles, was das Kinderherz (und das des hungrigen Erwachsenen) begehrt: Von Original Ritter Sport Schokolade (für uns vielleicht nicht so toll, weil es die auch hier gibt), über riesige Lollies bis hin zu Harry Potter Schokofröschen hat der Laden einfach alles mögliche im Angebot. Mit einer gut gefüllten Tüte kann man so der ein oder anderen Unterzuckerung entgehen und auch den Lieben zu Hause etwas mitbringen.

Wo? 108 Rivington Street, New York.
Preis? Kommt auf den Appetit an.
Geheimtipp? … weil hier einfach alles vertreten ist, was den Namen süße Sünde verdient.

Meow Parlour

Nur zehn Gehminuten von Economy Candy entfernt liegt das Meow Parlour, in dem nach japanischem Vorbild Katzen gestreichelt werden können. Ja, richtig gelesen. Denn das Meow Parlour ist ein Katzencafé. Anders als beispielsweise das Katzencafé Neko in Wien, dessen Besuch ich in diesem Artikel beschrieben habe, liegt der Fokus hier weniger auf Kaffee und Kuchen als vielmehr auf den Katzen. Zwar kann man sich auch etwas zu trinken bestellen, aber primär geht es darum, sich für eine halbe Stunde oder länger mit den Samtpfoten eine schöne Zeit zu machen. Und es lohnt sich, denn auch wenn die Katzen genügend Rückzugsmöglichkeiten haben, verbringen sie doch gerne Zeit mit den Menschen, die sich im Café tummeln. Darüber hinaus wird immer darauf geachtet, dass nicht zu viele Besucher auf einmal anwesend sind, was die Atmosphäre sehr angenehm macht.

Wo? 46 Hester Street, New York.
Preis? ~5 USD für die erste halbe Stunde.
Geheimtipp? … weil Katzen einfach wunderschöne Tiere sind und außerdem so verboten weich und flauschig.

Westsider Rare & Used Books

Als Leseratte besuche ich bei jeder Reise mindestens einen Buchladen, allein schon weil es im Ausland häufig Bücher gibt, die mir hier nie auffallen würden. Dabei tue ich immer wieder tolle Läden auf und Westsider Rare & Used Books ist so einer. Hier werden, wie der Name schon sagt, gebrauchte Bücher verkauft und der Buchladen ist genau so, wie man sich eine gemütliche Lesehöhle vorstellt: Bücher bis zur Decke, verstaubte Leitern und den ein oder anderen Schatz, der sich in den Regalen versteckt. Westsider Rare & Used Books ist mir deshalb für alle Leseverrückten und Büchernerds unter euch eine besondere Empfehlung wert.

Wo? 2246 Broadway, New York.
Preis? Kommt auf den Lesehunger an.
Geheimtipp? … weil man hier das laute und anstrengende New York für eine kleine Weile einfach vergessen kann.

Hell’s Kitchen Flea Market

Flohmärkte sind immer toll und am aller tollsten sind solche, die von Büchern, über CDs und altem Krempel einfach alles feilbieten, was man sich so vorstellen kann. Genau so ein Flohmarkt ist der Hell’s Kitchen Flea. Vom High Line Park aus fußläufig zu erreichen lässt sich hier, zumindest wenn man früh genug kommt, das ein oder andere Schnäppchen schießen. Und auch wenn man nichts findet, ist der Flohmarkt einfach ein schönes und authentisches Erlebnis.

Wo? 519 9th Avenue, New York. Meistens am Wochenende.
Preis? Je nachdem wie gut das Angebot ist, kann man hier viel oder wenig Geld lassen.
Geheimtipp? … weil ich auf dem Flohmarkt kaum Touristen gesehen habe.

Jane’s Carousel im Brooklyn Bridge Park

Und mein letzter Geheimtipp für euch ist Jane’s Carousel im Brooklyn Bridge Park in Dumbo. Für nur ~2 USD können hier Kinder (oder auch Karussell begeisterte Erwachsene) auf einem wunderschönen alten Karussell ihre Runden fahren und das mit einem Ausblick auf Manhattan, der seinesgleichen sucht. Daneben ist das Karussell auch ein echtes historisches Relikt, stammt es doch von 1922 und wurde ursprünglich für den Idora Amusement Park gebaut. Als der Park dann geschlossen wurde, brachte man es zur Restauration nach New York, wo es bis heute verblieben ist.

Wo? Dock St, Brooklyn, New York. Vom Brooklyn Bridge Park aus zu sehen.
Preis? Pro Fahrt ~2 USD.
Geheimtipp? … weil man Kind sein kann und außerdem den besten Ausblick auf Manhattan hat.

Was sind eure Geheimtipps für New York City? Habt ihr einige von meinen schon ausprobiert? Lasst es mich in den Kommentaren wissen. 🙂

  1. Toller Beitrag!! New York hat einfach so viel zu bieten, dass man einfach immer etwas Neues entdeckt! Ich war jetzt auch schon ein paar Mal dort und es wird nie langweilig – ganz im Gegenteil – da waren jetzt etliche Tipps dabei, die ich noch gar nicht kannte 🙂

    • Das ist schön, dann kannst du bei deinem nächsten Besuch ja mal schauen, ob du einen von meinen Tipps ausprobierst. 🙂

  2. Hey Anna,
    Tolle Tipps hast du da zusammengestellt – schön, dass dir New York diesmal besser gefallen hat!
    Das Mauerstück stand bis vor kurzem draußen, aber das New Yorker Wetter tat ihm nicht gut. Es gibt übrigendnoch vier weitere Teile der Berliner Mauer in New York, daraus könnte man glatt eine Schnitzeljagd machen. 😉
    Liebe Grüße aus der irrsten Stadt der Welt
    Petrina

    • Gleich fünf Stück? Wow, das wusste ich gar nicht. Vielleicht werde ich sie mir alle beim nächsten New York Besuch anschauen. 🙂

  3. New York habe ich bisher nur überirdisch gesehen. Aber die Whispering Gallery und die City Hall Station sehen ja total super aus!
    Na, vielleicht komme ich irgendwann nochmal in die Big Apple Stadt, dann tauche ich mal unter 😉
    Schöner, informativer Bericht!
    LG Annette

    • Ja, die Whispering Gallery war wirklich toll. Kannst du dir ja mal anschauen, wenn du noch mal in New York sein solltest. 🙂

  4. Moin liebe Anna, schöner, inspirierender Beitrag. Ich fahre in vier Wochen und werde unbedingt die Berliner Mauer aufsuchen.
    Solltest du noch einmal nach NYC kommen, dann empfehle ich das Louis Armstrong Museum in Queens. Eine faszinierende Zeitreise. Man läuft wortwörtlich in den Fußstapfen des genialen Musikers.
    Herzlich, Dörte

  5. Hallo Anna,

    ja, New York ist laut… aber trotzdem empfinden wir es gar nicht stressig, durch diese risige Satdt zu spazieren. Die Atmosphäre, die Menschen, die Gerüche – alles ist einfach einmalig auf der Welt 🙂

    Haben in unserem Blog neulich auch mal einen Beitrag zu New York geschrieben, falls Du auch mal schauen magst 🙂

    https://one-million-places.com/reiseberichte/nordamerika/usa/new-york-an-einem-tag-route-manhattan

    Liebe Grüße
    Michael

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