Lübeck Holstentor

#Cityguide Lübeck

1. Lübeck in 3 Worten:

Buddenbrooks. Hanse. Marzipan.

2. Mit wenig Geld kannst du in Lübeck am besten was besuchen?

Lübeck ist eine alte Hansestadt, dementsprechend gibt es einiges zu entdecken – auch und vor allem wenn man einfach nur in der Stadt spazieren geht. Die Dichte an alten Backsteinhäusern, verwunschenen Gängen und dem Charme der Kaufmannsstadt ist einfach wunderschön. Deshalb würde ich in jedem Fall den Besuch einiger Gänge und Höfe empfehlen. Diese Gänge und Höfe sind in ihrer Vielfalt einzigartig und ein Relikt des mittelalterlichen Städtebaus, das sich in Lübeck noch erhalten hat. Grund des Baus war der schnelle Wachstum des mittelalterlichen Lübecks; man benötigte mehr Wohnraum und baute deshalb die sogenannten Buden in die Hinterhöfe der Bürgerhäuser. Einige der schönsten könnt ihr im Bäckergang anschauen, aber auch die Engelsgrube ist sehenswert. Ein Plus der mittelalterlichen Überbleibsel: Sie sind absolut kostenlos.

Bei gutem Wetter bietet sich auch ein Spaziergang an der Trave an. Von der Puppenbrücke aus geht es über eine Treppe hinunter an den Fluss. Die Brücke selbst ist auch interessant, hat sie ihren Namen doch den Steinstatuen zu verdanken, die an beiden Enden postiert und Gottheiten nachempfunden sind.

Und schließlich ist für das kleine Budget auch der Museumshafen von Lübeck eine gute Wahl. Hier lassen sich historische Schiffe bewundern und man hat außerdem einen tollen Blick auf die Drehbrücke.

3. Niemals ohne…?

Fischbrötchen. Immerhin ist Lübeck eine alte Hansestadt. Aber aufgepasst: Möwen füttern ist hier verboten – ob nun freiwillig oder unfreiwillig.

4. Was „muss“ man gesehen haben?

Definitiv und an allererster Stelle das Holstentor. Dieses alte Stadttor, das von 1464 bis 1478 erbaut worden ist, ist wohl eines der bekanntesten Stadttore, das sich aus dem Spätmittelalter noch erhalten hat. Es diente neben einigen anderen Stadttoren der Verteidigung Lübecks.
Heute findet sich in seinem Inneren eine tolle Ausstellung über die Geschichte der Stadt und des Holstentors. Direkt neben dem Holstentor stehen die Salzspeicher. Auch sie sind definitiv sehenswert und ein wunderschönes Fotomotiv.

Außer für das Holstentor ist Lübeck natürlich auch noch für sein Marzipan berühmt. Wer der süßen Sünde nicht widerstehen kann, der schaue im Café Niederegger vorbei. Dort lässt es sich bei Kaffee und einem Stück (Marzipan)torte fast wie zu Hanse Zeiten genießen.

Wer eher ein Literaturfan und Leser von Thomas Mann ist, der kann sich in Lübeck auch gut aufgehoben fühlen, denn hier stehen das Buddenbrookhaus und das Günther-Grass-Haus. Beide geben einen einzigartigen EInblick in die Welt der jeweiligen Autoren und sind in jedem Fall einen Besuch wert.

Auch das historische Rathaus mit seinem Vorplatz, auf dem an einigen Tagen Markt stattfindet, muss ich zum Abschluss noch erwähnen. Allgemein gibt es in Lübeck unglaublich viele historische Sehenswürdigkeiten; deshalb ist ein Spaziergang mit offenen Augen durch die Stadt wohl die beste Art, um Lübeck kennenzulernen.

5. Nach einem langen Tag kehrst du wo ein?

Bei Hans im Glück (Adresse: Breite Straße 1, Lübeck). Hier gibt es super leckere Burger, beispielsweise aus Sauerteig, und ein Besuch des Restaurants lässt sich leicht mit einem Bummel auf Lübecks Einkaufsmeile verbinden. Wer zum Abschluss noch eine kleine Erfrischung mit auf den Weg nehmen möchte, dem empfehle ich den Minze Eistee.

6. Wie kommst du am besten von A nach B?

In der Lübecker Altstadt definitiv zu Fuß. Der Weg vom Hauptbahnhof auf die Insel, auf der sich das meiste Geschehen abspielt, ist nicht weit und innerhalb der Altstadt sind die Entfernungen ebenfalls eher moderat. Nur der Museumshafen liegt etwas abseits, der Rest lässt sich wunderbar erlaufen.

7. Das Flair der Stadt lässt sich in Lübeck wo am besten genießen?

Entweder vom Museumshafen aus oder von der Wiese vor dem Holstentor. Hier hat man einen tollen Blick auf das Bauwerk und kann nebenbei noch ein mitgebrachtes Brötchen essen. Auch der Marktplatz vorm Rathaus ist ein schönes Plätzchen, um das Treiben der Stadt beobachten zu können. Mein Geheimtipp ist aber das Theater-Figuren-Museum, das in einem der historischen Backsteinhäuser untergebracht ist. Hier hat man zwar keinen Rundumblick auf die Stadt, das Museum ist aber so urig und altbacken, dass es für mich ein kleines Stück weit die Seele Lübecks verkörpert.

8. Im Umland würdest du besuchen?

Im Umland Lübecks gibt es einiges zu entdecken. Mein persönlicher Favorit ist Travemünde, wo die Passat vor Anker liegt. Auch der Weg zu den Ostseestränden Timmendorf und Boltenhagen ist nicht weit. Und auch das Hinterland bietet einiges, wie zum Beispiel die kleine Gemeinde Seedorf mit dem historischen Torhaus. Hier kann man im Sommer schöne Fahrradtouren unternehmen, wenn einem der Trubel der Stadt zu viel geworden ist.

9. Dein Lieblingsplatz?

Mein Lieblingsplatz in Lübeck ist eigentlich ein Gebäude, nämlich die Marienkirche. Auch sie prägt durch ihre beiden Türme das Bild der Stadt und ist außerdem von Legenden umrankt. Allein schon das vierzig Meter hohe Kirchenschiff ist ein absoluter Augenöffner und nebenbei das höchste Backstein-Kirchenschiff der Welt.

Drinnen finden sich außerdem eine astronomische Uhr und eine Ausstellung zum Lübecker Totentanz, der im Original während des 2. Weltkriegs leider zerstört wurde. Und wer ganz genau hinschaut, der entdeckt die Darstellung einer kleinen Maus.

Die Kirchenmaus Rosemarie, wie sie inzwischen liebevoll genannt wird, geht auf eine Legende zurück: Vor vielen Jahrhunderten, als die Marienkirche noch neu war, soll neben der Kirche ein Rosenstock gewachsen sein. Solange dieser Rosenstock in voller Blüte stand, so sagte man, sollte es auch Lübeck gut gehen. Eines Tages waren die Rosen aber welk und der Stock verdorrt: Eine Maus hatte sich in das Wurzelwerk gegraben und ihr Nest dort eingerichtet. Bald darauf musste sich Lübeck den Dänen geschlagen geben. Sobald die Stadt wieder unabhängig war, ließ man die Maus als Mahnung hinter dem Kirchenchor in Stein hauen. Sie sollte als Erinnerung daran bewahrt werden, dass auch Kleinigkeiten zu großem Unglück führen konnten. Über die Jahre wandelte sich die eigentliche negative Bedeutung der Maus jedoch hin zum positiven: Die Lübecker nannten ihre Maus Rosemarie und wer sie in der Kirche berührt, dem soll es Glück bringen.

Seid ihr schon einmal in Lübeck gewesen? Was waren eure Eindrücke und schönsten Momente? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

  1. Hallo Anna,
    bis jetzt hatte ich Lübeck tatsächlich nur mit Marzipan assoziiert, aber die Stadt wirkt in deinem Artikel voller interessanter Ecken. Ein sehr informativer Beitrag 🙂
    Liebe Grüße
    Maria

    • Hallo Maria,

      vielen lieben Dank. 🙂 Ja, Lübeck ist viel mehr als Marzipan. Vor allem für Mittelalter Interessierte ist die Stadt wirklich eine Goldgrube.

      Herzlich,
      Anna

  2. Pingback: Cityguide Lübecker Altstadt: Das Beste in wenigen Stunden -

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