#Cityguide Lissabon

Zuerst einmal möchte ich mich bei dir, liebe Anna, bedanken, dass ich für deinen Blog einen Gastbeitrag schreiben darf. Meine Reise nach Lissabon war etwas ganz besonderes, denn sie war nicht von vornherein durchgeplant, sondern meine Freundin und ich haben vor Ort spontan entschieden, was wir unternehmen möchten. Man kann sich in der Stadt wunderbar treiben lassen. Daraus ergibt sich dann folgender #Cityguide Lissabon.

1. Lissabon in drei Worten

Brücke. Fliesen. Treppen.

2. Mit wenig Geld kannst du in Lissabon am besten was besuchen?

Wenn du über das Wochenende in Lissabon bist und wenig Geld hast, dann besuchst du am besten das Calouste Gulbenkian Museum, denn sonntags wird kein Eintritt genommen.
Das Museum stellt Stücke aus vielen Epochen und Ländern aus. Diese zeigen immer wie die Menschen zur entsprechenden Zeit gelebt haben. Ganz besonders spannend fand ich das Porzellan und die Gewänder aus China, aber auch die Gemälde und Möbelstücke aus dem alten Europa waren wunderschön und edel. Gemälde aus dem 18. Jahrhundert faszinieren mich und oftmals denke ich mir gerade bei abgebildeten Frauen Geschichten aus, die sie erlebt haben könnten.

Wie der Name des Museums schon belegt, ist die viele Kunst von Calouste (Sarkis) Gulbenkian, einem Liebhaber, gesammelt worden, der durch Reisen von anderen Kulturen begeistert wurde.

3. Niemals ohne…?

Hut. In noch keiner anderen Stadt sind mir so viele Hüte aufgefallen, die in Souvenirshops verkauft wurden. Natürlich habe auch ich einen gekauft und seitdem begleitet er mich auf meinen Reisen, vor allem wenn es in die Sonne geht.

4. Was „muss“ man gesehen haben?

Zuallererst die Brücke Ponte de 25 Abril. Das war vielleicht nicht die erste Sehenswürdigkeit, die meine Freundin und ich bei unserer Kurzreise nach Lissabon besuchten, aber für mich die Sehenswürdigkeit Nummer 1, die ich unbedingt von Nahem sehen wollte. Ja, die Brücke ähnelt nämlich der Golden Gate Bridge in San Francisco, die ja auch die liebe Anna schon vor Ort bestaunen durfte. Ich muss meinen California Trip schon wieder um ein Jahr verschieben, sodass Lissabon für mich einen kleinen Ersatz darstellte. Die Brücke soll mit ihrem Namen an die Nelkenrevolution erinnern.

Die rote Brücke fotografiert man am besten von der Cristo Rei in Almada aus. Almada liegt auf der anderen Seite des Tejo und gehört nicht mehr zu Lissabon. So schlägst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn die Statue solltest du dir auch unbedingt von Nahem anschauen. Auch hier hat Lissabon wieder kopiert, denn der Erzbischof aus dem Jahr 1934 war nach seinem Besuch in Rio de Janeiro so sehr von der dortigen Christusstatue fasziniert, dass er für seine Stadt Lissabon etwas Ähnliches wollte. Mit der Fähre, dem Bus zur Cristo Rei, dem Eintritt um nach oben zu fahren und der Rückkehr nach Lissabon (wir fuhren mit dem Zug) kommst du auf ca. 15€.
Dann wäre da noch der Praҫa de Comércio. Diesen wunderschönen Platz mit Blick auf den Tejo erreichst du über die U-Bahn, wenn du bei Cais de Sodre oder Terreiro do Paço aussteigst. Wenn du auf dem Platz den richtigen Winkel findest, bekommst du gleich drei Sehenswürdigkeiten auf ein Foto: den Arco da Rua Augusta (eine Art Tor oder Triumphbogen zur Innenstadt von Lissabon), die Reiterstatue (die König José l darstellt), und das Castelo de São Jorge. Der Praҫa de Comércio wurde nach dem verheerenden Erdbeben von 1755 umgebaut und zum Handelsplatz ernannt. Er wird von einem Gebäude umrundet, in dem es schon damals viele Geschäfte und Lokale gab. Durch den Arco da Rua Augusta gelangt man zur Shoppingstraße.

Das Castelo de São Jorge war ein weiteres Must See neben der Ponte de 25 Abril für mich. Auch die Burg wurde beim Erdbeben nahezu zerstört, aber sorgfältig wieder restauriert und thront jetzt wieder über der Stadt. Von hier hat man einen wunderschönen Blick Richtung Flussmündung, der Cristo Rei und der Ponte de 25 Abril. Aber auch der Blick über die Dächer von Lissabon ist wunderschön. Hier sieht man auch wieder, dass die Bauart der Häuser so gar nicht mediterran ist, wie man vielleicht denkt.
Nachdem du das Castelo de São Jorge besucht hast, spazierst du ganz gemütlich durch die Altstadt und besichtigst die Sé de Lisboa (Kathedrale von Lissabon). Hier halten viele Tuks, wenn deine Füße also ein bisschen Ruhe brauchen, dann fährst du mit dem Tuk (das du übrigens auch für einen ganzen Tag buchen kannst) durch die Stadt.

5. Nach einem langen Tag kehrst du wo ein?

Bella Lisa Elevador. Dort gibt es einfach super leckeres Essen und es liegt direkt beim Elevador de Santa Justa (der zwei Stadtteile miteinander verbindet). Die Aussicht Richtung Burg ist bei Sonnenuntergang wunderschön. Ich hatte gehört Portugal soll beim Essen gehen sehr günstig sein. Das kann ich nicht unbedingt bestätigen, aber was wir im Bella Lisa Elevador bekamen war richtig gute Qualität und der Preis passte. Nach dem Essen mit wunderschönem Blick genießt du den Sonnenuntergang auf dem Lift. Zur ersten Ebene gibt es eine direkte Verbindung vom Restaurant aus und der Zugang ist kostenlos.

6. Wie kommst du am besten von A nach B?

Mit der U-Bahn. Mit dieser kommst du wunderbar von A nach B und es ist sehr günstig. Neben der U-Bahn solltest du auch mindestens einmal mit der Straßenbahn fahren, der Linie 28E. So durchquerst du am einfachsten die Altstadt, also Alfama und gelangst auch sehr einfach zur Burg. Für beides kannst du ein Tagesticket verwenden (6€).

7. Das Flair der Stadt lässt sich in Lissabon wo am besten genießen?

In Cais de Sodré. Hier sind viele Bars, Diskotheken und Restaurants. Hier geht man Samstagabend aus und vergnügt sich. Da wir samstags erst in Lissabon ankamen, haben wir Cais de Sodré eher bei Tag und am Ufer erlebt. Dort finden sich Künstler aller Art ein und begeistern Touristen und Einheimische. Die ältere Generation angelt oder trifft sich auf einen Schnack.

8. Im Umland würdest du besuchen?

Cascais. Nachdem meine Freundin und ich die Cristo Rei Statue bewundert haben, fuhren wir mit dem Zug über die Ponte de 25 Abril Brücke nach Cais de Sodré (mit kompliziertem Umsteigen) und von dort mit einem Zuglinie nach Cascais. Der Weg sieht auf der Karte länger aus als er ist, die Zugfahrt dauert eine halbe Stunde und kostet ungefähr 2€. Cascais ist ein Urlaubsort mit mehreren Buchten und schönen Sandstränden, einem Hafen und ebenfalls einer kleinen Burg zum Schutz der Stadt. Hier leben Einheimische in kleinen Häusern mit wunderbarem Blick auf den Atlantischen Ozean. Der Ort eignet sich gut, wenn man etwas länger in Lissabon ist und einfach ein bisschen ausruhen und schwimmen gehen möchte.

9. Dein Lieblingsplatz?

In der Straßenbahn. Das klingt jetzt ein wenig komisch, aber es hat mir total Spaß gemacht mit der Linie 28E zu fahren. So sahen wir einige Stadtteile, die wir in der kurzen Zeit nicht hätten ablaufen können: Alfama und das römische Viertel zum Beispiel. Die vielen Hügel in Alfama (der Altstadt) machten die Reise zu einer Achterbahnfahrt. Mir hat das unheimlich viel Spaß gemacht, auch weil der Ausblick auf das Meer bzw. den Tejo so wunderschön war.

Das war ein Gastbeitrag von Anna, die auf ihrem Reiseblog immer-unterwegs.com über das Reisen neben dem Job und mit begrenzten Urlaubstagen schreibt. Ihre Kurzreisen sind zumeist Städtereisen. Aber sie teilt auch Reisemomente von ihren Auslandsaufenthalten in Los Angeles und Gdansk. Schau auch bei Annas Facebook Seite und ihrem Instagram Account vorbei!

Vielen Dank für diesen tollen Gastbeitrag über Lissabon! Was sind eure Tipps und Tricks für Portugals schönste Stadt, die schon Thomas Mann in seinen Werken lobte? Lasst es uns in den Kommentaren wissen. 🙂

  1. Klasse Bericht!

    Wir sind vom 18-21 August für einen Kurztrip dort 🙂

    Viele Grüße
    Christian & Caterina
    http://www.chriscatunterwegs.de

  2. Ich muss da unbedingt auch mal hin!

  3. Lieber Christian,
    ich bedanke mich für dein Feedback! Lissabon wird dir gefallen, es ist eine einzigartige Stadt und außer den „Kopien“ nicht mit anderen europäischen Städten zu vergleichen. Ich wünsche dir und deiner Begleitung ganz viel Spaß!
    Viele liebe Grüße
    Anna

  4. Lissabon ist sooo toll! Vielen Dank an Anna (& Anna) für diesen informativen Beitrag. U-Bahn bin ich in Lissabon kaum gefahren. Wer gut zu Fuß ist und keine Scheu vor Hügeln hat, kann das fast alles in der Altstadt zu Fuß erkunden- finde ich.
    Noch ein Tipp, falls jemand noch ein bisschen mehr Geld sparen will/muss: Das Frühstück spielt wie auch in anderen südeuropäischen Ländern eher eine Nebenrolle. Dafür darf es dann gerne zum Mittagessen etwas mehr sein. In den Nebenstraßen gibt es meist eher unscheinbare Imbisse/Bistros wo man ein günstiges und reichhaltiges Mittagessen (almoco) erhält.
    Normalerweise würde ich auch eher abends irgendwo einkehren und mittags nur etwas Kleines essen. Aber viele Lissaboner nutzen diese Gelegenheit und gehen in ihrer Pause essen. Also eine schöne Möglichkeit, das alltägliche Leben in der Stadt mitzubekommen und ein paar Portugiesisch-Brocken aufzuschnappen.
    Liebe Grüße
    Sonja

    • Hallo Sonja,

      vielen Dank für deinen tollen Kommentar und die Tipps. Wenn ich mal in Lissabon bin, werde ich sie sicherlich ausprobieren. 🙂

      Herzlich,
      Anna

    • Hi Sonja,
      das ist ja ein spitzen Tipp, dankeschön! Wir waren meistens abends essen und haben das Lissabonfeeling also gar nicht mitbekommen.
      Ich hatte nur zwei volle Tage, deswegen musste es ein bisschen U-Bahn und Tram sein!
      Liebe Grüße

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