Blogparade: Faszination Fliegen

Drei Flugerlebnisse, an die ich mich immer erinnern werde

Ich folge hiermit Gudruns Aufruf zur Blogparade „Über den Wolken“. Also habe ich mich einen Abend mit Stift und Papier auf die Couch gesetzt, sinniert und schließlich meine schönsten, skurrilsten, beängstigendsten und ätzendsten Momente ganz weit oben in der Luft oder zumindest in der Nähe eines Flugzeugs notiert, nur um festzustellen, dass es davon eine ganze Menge gab (glücklicherweise mehr positive als negative).
Ich musste mich also beschränken und da Reiseblogger offenbar eine Vorliebe für Listen jedweder Art haben, hier meine ganz persönlichen Top 3 der Flugerlebnisse.

1. Kindheitserinnerung

Wenn ich an meinen schönsten Flug denke, dann auch gleichzeitig an den ersten, an den ich mich (aktiv) erinnere. Denn obwohl das Fliegen auch jetzt, fast zwanzig Jahre später, immer noch nichts von seiner Faszination eingebüßt hat, war es doch etwas ganz besonderes, zum allerersten Mal in ein Flugzeug zu steigen. Damals noch bewaffnet mit Teddy (der durfte auf keinen Fall in den Koffer, wer wusste schon, ob er auch wirklich ankam) und Kartenspiel, erinnere ich mich bis heute daran, wie ich an der Hand meines Vaters in die riesige (und mit den Augen eines Kindes noch viel riesigere) TriStar von LTU einstieg. Dass wir den Flug fast nicht hätten antreten können, weil kurz zuvor der Düsseldorfer Flughafen gebrannt hatte, weiß ich hingegen nur aus den Erzählungen meiner Eltern. Das Flugzeug war dafür einfach zu cool.

2. Eine besondere Langstrecke

Mein skurrilster Flug war eine Langstrecke von Singapur nach Frankfurt. 13 Stunden, der mittlere Sitz in der mittleren Fünferreihe einer Boeing 777 und ein sehr kommunikativer Sitznachbar machten ihn unvergesslich – denn nachdem der gute Mann die ersten zwei Mahlzeiten schnarchend auf meiner Schulter verpasst hatte und sich in keinster Weise dazu hatte bewegen lassen, den Kopf in die andere Richtung zu drehen, versuchte er – im Gegensatz zu mir quicklebendig und ausgeschlafen – die verbliebene Stunde vor dem Landeanflug, mir seine Baguettehälfte aufzuschwatzen. Auf Französisch.

Alle gutgemeinten Hinweise darauf, dass ich weder das Baguette haben wollte, noch seiner Sprache mächtig war, prallten an aufgeregten Redeschwallen ab. Der Frankfurter Flughafen trennte uns schließlich. Ich bin ihm noch heute dankbar dafür.

3. Versetzt

Der Flug nach London schien vom ersten Moment unter keinem guten Stern zu stehen: Es schneite, es war spiegelglatt und dunkel und irgendwer hatte das Navi auf „kürzeste Route“ eingestellt. Letzteres sollte sich als fatal herausstellen.
Kurz vor dem Flughafen Lübeck wurden wir also von der Schnellstraße auf eine Landstraße, von der Landstraße auf eine Dorfstraße und von der Dorfstraße auf einen Feldweg geleitet. Das war der Moment, in dem ich mich zu fragen begann, ob der Flughafen tatsächlich so provinziell sein konnte, dass nur ein unbefestigter, vereister Sandweg zum Terminal führte. Als dann hinter provisorischem Stacheldrahtzaun die Lichter der Startbahn auftauchten, verkündete das Navi siegessicher: „Sie haben Ihr Ziel erreicht. Es befindet sich auf der rechten Seite.“

Mitten im Wald. In der Einflugschneise – ist klar.

Inzwischen rannte die Zeit, ich war in der ständigen Erwartung den Schub einer landenden Boeing im Genick zu spüren leicht angefressen und zu allem Überfluss drehten auch noch die Räder durch. Mit gesammelten Kräften, den Protest des Navis ignorierend, schafften wir es in letzter Sekunde dann aber doch noch durch die Sicherheitskontrolle – nur um festzustellen, dass die Maschine drei Stunden Verspätung hatte.

Vielen Dank für das schöne Thema! Was reizt euch am Fliegen? Oder habt ihr vielleicht sogar Flugangst? Schreibt es mir in den Kommentaren.

  1. Der schnarchende Baguette-Franzose ist ja ein Albtraum. Wahrscheinlich hätte er meine bayerischen Schimpfwörter dann doch irgendwie verstanden! 😉
    LG
    Sabienes

    • Das glaube ich gern. 😉 Leider war ich damals erst süße sechzehn und völlig überfahren und überfordert.

      Liebe Grüße,
      Anna

  2. Das sind tolle Erlebnisse! Dass der Teddy nicht ins Gepäck darf, verstehe ich sehr gut. Ich kann mich aber an ein Erlebnis erinnern, wo ein Kind einen Riesenteddy bei der Gepäckkontrolle aufs Band legen musste und er verschwand eben in dieser großen schwarzen Box zum Scannen. Das Kind hat geheult und geheult…. Danke fürs Mitmachen bei der Blogparade und noch eine schöne Woche! Gudrun

    • Dankeschön!
      Was den Teddy angeht, war ich als Kind, glaube ich, relativ pragmatisch: Solange er mit durfte, war alles im grünen Bereich. Und ich hatte ja auch noch die Hand meines Vaters, an der ich mich festhalten konnte. 😉

  3. Oh man, ein schnarchender Franzose super.
    Bei mir gab es mal einen, der den begehrten Fensterplatz belegte. Und anstatt rauszugucken, hat der nur gepennt. Ich möchte hierbei betonen, mein Flug ging von New York nach Berlin und ich kann in Fliegern nicht schlafen, weshalb ich gerne aus dem Fenster gucke. Und der schläft einfach, das hätt er auch am Gang tun können. Und noch dazu hat er den Sichschutz vorgemacht, ich konnte also nichtmal von weitem rausgucken.
    Das war echt frustrierend!
    Ansonsten wirkt fliegen, aber immer sehr beruhigend auf mich. Ich liebe es!
    Liebe Grüße
    Marieke

  4. schöne sammlung deiner flugmomente. schade, dass die parade schon ein weilchen vorbei ist ^.^

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