Burg Hohenzollern

Die Burg Hohenzollern und die Legende der Weißen Frau

Im Herbst vor zwei Jahren habe ich meinen Roadtrip quer durch Deutschland unternommen. Ich habe dabei nicht mal ansatzweise alle Burgen und Schlösser angeschaut, die ich gerne angeschaut hätte – dafür war die Zeit leider viel zu knapp. Fünf tolle Orte durfte ich aber dennoch entdecken, mehr darüber lest ihr hier.
Heute soll es aber nicht um meine Rundreise in Gänze gehen, sondern nur um einen Halt: die Burg Hohenzollern. Für sich genommen ist die nämlich ein wirklich toller Ausflugstipp und für mich als Historikerin sowieso schon allein wegen ihrer Geschichte super interessant. Aber nicht nur die bewegte Geschichte der Burg hat mich fasziniert, sondern auch die Legenden, die sich um sie ranken. Um genau zu sein sogar eine ganz bestimmte: Die Sage von der Weißen Frau. Wenn ihr also genau wie ich auf Geistergeschichten steht, lest weiter.

Burg Hohenzollern

Drei Burgen: Die Geschichte der Burg Hohenzollern

Wie der Name schon sagt, befindet sich die Burg im Besitz der Hohenzollern, einer der bedeutendsten und ältesten Dynastien des deutschen Hochadels. Die Burg Hohenzollern ist in ihrer heutigen Form aber trotz des Alters der Hohenzollern Dynastie keine mittelalterliche Burg. Das liegt daran, dass sie im Laufe der Zeit immer wieder dem Verfall preisgegeben und wiederaufgebaut worden ist.

Burg Hohenzollern
Erstmals erwähnt wurde sie trotzdem bereits im 13. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg baute man sie dann zu einer Festung aus, die von den Württembergern erobert wurde und nach dem Krieg in habsburgischen Besitz überging. Im Österreichischen Erbfolgekrieg beschlagnahmten die französischen Truppen Burg Hohenzollern. Danach verfiel sie.
Erst im 19. Jahrhundert wurde die Burg wieder aufgebaut. Sie symbolisierte fortan die Idealvorstellung einer mittelalterlichen Ritterburg, wie sie in jener Zeit vorherrschte. Damit war sie nicht nur Ausdruck des Repräsentationswillens der Hohenzollern, sondern ähnelt in ihrer romantischen Verklärung auch Schloss Neuschwanstein. Die letzte Restaurierung fand nach einem Erdbeben in den 70er Jahren statt. Bewohnt wurde die Burg übrigens nie für einen längeren Zeitraum.

Burg Hohenzollern

Die Legende der Weißen Frau

Die Weiße Frau ist nun ein Gespenst, das vor allem in Schlössern spuken soll. Besonders im 17. Jahrhundert war der Glaube an diesen Geist in aller Munde, da die Wundergläubigkeit in der hochadeligen Kultur der Frühen Neuzeit weit verbreitet war. Am bekanntesten war und ist dabei aber wohl die Weiße Frau der Hohenzollern, die als weiblicher Geist eines Vorfahren beschrieben wird, der die Familie immer wieder aufsuchte. Sie galt als böses Omen – folgten ihrem Erscheinen zum Beispiel Todesfälle in der Familie oder andere Katastrophen.

Burg Hohenzollern
Die Weiße Frau soll nun in verschiedenen Schlössern der Hohenzollern gespukt haben. Sie umgeben eine Vielzahl von wilden Geschichten: Eine davon erzählt etwa von der jungen verwitweten Gräfin Orlamünde, die sich Knall auf Fall in den Grafen Albrecht verliebte. Der würdigte ihr Werben allerdings nur mit der verklausulierten Antwort, dass sie niemals heiraten würden – ihr stünden vier Augen im Wege. Die Gräfin bezog die Äußerung auf ihre eigenen Kinder, die sie aus einer früheren Ehe hatte, und tötete diese ohne zu zögern. Daraufhin erklärte sie sich Albrecht, der sich (verständlicherweise) voller Abscheu von ihr abwandte. Gemeint hatte er nämlich nicht die Kinder der Gräfin Orlamünde, sondern seinen Bruder und Neffen, die einer Heirat mit ihr nicht zugestimmt hätten. Orlamünde habe danach versucht, ihre Schuld durch Buße wieder gutzumachen, was ihr aber nicht gelang. Sie starb und erscheint seitdem als Weiße Frau in den Burgen und Schlössern der Hohenzollern.

Burg Hohenzollern

Die Weiße Frau und die Burgbelagerung

Eine andere Geschichte erzählt von einer Burgbelagerung, die tatsächlich im 15. Jahrhundert stattgefunden hat. Eine junge Frau habe die wohl bekannte Legende um die Weiße Frau dazu ausgenutzt, um in weißem Gewand Pulver und Salben auf die Burg zu schmuggeln. Dabei sei sie durch das Lager der Feinde gegangen, die sie passieren ließen – aus Angst davor, was das Erscheinen der Weißen Frau für sie bedeuten könnte. Wahr ist diese Geschichte wahrscheinlich nicht, aber sie hat einen wahren Kern. Denn was als historisch gesichert gelten kann, ist der vergebliche Versuch der Geliebten Graf Friedrich XII. Pulver und Salben auf die Burg zu bringen.

Burg Hohenzollern

Der Besuch der Burg Hohenzollern hat mir sehr gefallen, auch wenn die Führung an manchen Stellen vielleicht etwas zu ausführlich war. Warum ihr die Burg unbedingt besuchen müsst? Weil sie immer noch die Verkörperung einer Ritterburg ist und weil sie gerade im Herbst, wenn der Nebel die Hänge hoch kriecht, wie die letzte Überlebende aus einer längst vergangenen Zeit auf ihrem Hügel thront und uns daran erinnert, was wir noch alles lernen können. Und wer weiß? Vielleicht begegnet ja der ein oder andere der Weißen Frau?

Eintritt? Kategorie I: Burganlage ohne Schlossräume: 7 Euro Erwachsene; Kategorie II: Burganlage und Besichtigung der Schlossräume: Erwachsene 12 Euro
Öffnungszeiten? Sommersaison 16. März – 31. Oktober: 10.00 – 17.30 Uhr; Wintersaison 01. November – 15. März: 10.00 – 16.30 Uhr; über Ausnahmen bitte auf der Website informieren
Parkplatzgebühren? 2 Euro für einen PKW / Tag

  1. sehr cool, ich liebe ja so altes gemäuer. danke auch für das erzählen der geschichte der weißen frau. irgendwo ist mir die schonmal begegnet, aber ich weiß beim besten willen nicht mehr wo… ach ich liebe so alte sagen und mythen.

  2. Wow so stellt man sich eine Burg wie aus dem Märchen vor! In Kombination mit dem Nebel und der Legende wirkt alles gleich umso mystischer!

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